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Sind wir nicht alle ein bisschen gaga?

Reiner Schlecker sieht sich in der Tradition des Dada und Fluxus. Oberfahlheim widmet ihm eine Sonderschau

„Die Schwalbenhode, 4.“ von Hans Arp:

Tapa tapa tapa
Pata pata
Maurulam katapultilem i lamm
Haba habs tapa
Mesopotainem masculini
Bosco & belachini
Haba habs tapa
Woge du welle
Haha haha

Was für ein Unsinn!? Genau, Unsinn hat Methode im Dadaismus und im Fluxus, zwei Kunstrichtungen von denen Reiner Schlecker beeinflusst ist. Der gebürtige Illertisser, der heute in Neu-Ulm und Reglisweiler lebt und arbeitet, ist Maler, Zeichner, Performer, Geschichtenerzähler und Erfinder kurioser Inszenierungen. Seinem satirischen Werk widmet sich nun eine Sonderausstellung im Museum für bildende Kunst in Nersingen-Oberfahlheim, die am Mittwoch, 18. September 2019, um 19 Uhr eröffnet wird. Der Eintritt ist allgemein und frei.

Wo liegt Absurdistan? Nein, nicht irgendwo beim wilden Kurdistan, wie das Kindheitsgedächtnis in die Jahre gekommene Karl-Mey-Leser vielleicht überlistet, sondern mitten unter uns. Gaga sind wir alle – zumindest ein bisschen, gaga ist diese Welt.

Daran hat sich nichts geändert, seit am Abend des 5. Februar 1916 der Dadaismus antrat, um Salven des Gelächters und der Lächerlichkeit gegen die verlogene Moral einer Kultur abzufeuern, die den Krieg als Vater aller Dinge verherrlichte. Getreu dem Motto „Die Kunst ist tot. Es lebe Dada!“ begann der anarchische Frontalangriff gegen die konventionelle Kunst und den sogenannten guten Geschmack.

Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp: Reiner Schlecker steht in der Traditionsreihe dieser Pioniere, die auf der Bühne des „Cabaret Voltaire“ in Zürich der etablierten Gesellschaft die Narrenkappe aufsetzte.

Zerrspiegel für seinen grotesken Humor findet er - auch über 100 Jahre danach - in Hülle und Fülle. „Soll sie zünden, so hat sich die Kunst an der Wirklichkeit zu reiben, mit der nicht zimperlich umgegangen werden muss! Wo gehobelt wird, da fallen Späne, so ist das nun mal, so sein künstlerisches Credo“, schreibt Museumsleiter und Ausstellungskurator, Walter Wörtz, im Prospekt zu der neuen Sonderschau, die Landrat Thorsten Freudenberger und der Leiter des HfG-Archivs Ulm, Dr. Martin Mäntele als Redner eröffnen werden.

Die Ausstellung „Gesammelte Leiden-schaften und ein paar Leichen im Keller!“ von Reiner Schlecker wird im Museum für bildende Kunst des Landkreises Neu-Ulm in Oberfahlheim vom 18. September bis 17. November 2019 gezeigt. Geöffnet ist jeweils dienstags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags/sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr. Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich: Telefon 0731/7040-1018.

© Martina Plaschke E-Mail

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