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„Die Digitalisierung ist eine Riesenchance für uns“

Schreinerei von Norbert und Elke Alt in Gannertshofen gilt als modernster Handwerksbetrieb im Landkreis Neu-Ulm

Hier werden die Kunden inspiriert, überrascht, verblüfft. Ein halbes Jahr hat die Schreinerei von Norbert und Elke Alt in Gannertshofen (Markt Buch) nun ihren Inspirationsraum. Norbert Alt zieht eine Virtual-Reality-Brille aus einer Schublade und setzt sie Landrat Thorsten Freudenberger auf, der ihn an diesem Tag zusammen mit Simon Schrag, dem Wirtschaftsbeauftragten des Landkreises Neu-Ulm, besucht. Auf einem Großbildschirm gegenüber der Kundentheke kann man den virtuellen Rundgang mitverfolgen, den der Landrat gerade erlebt. Auf diese Art und Weise präsentieren die Alts ihren Kunden die Innenausstattung, die sie ihnen für ihre Wohnung oder ihr Haus vorschlagen.

„Die Digitalisierung ist eine Riesenchance für uns“, sagt Schreinermeister Norbert Alt. „So machen sich für uns viele Türen auf.“ Die Schreinerei, die 1885 gegründet worden ist, hat Nobert Alt 1992 in der vierten Generation von seinem Vater Alois übernommen. Seit 1998 unterstützt ihn seine Frau Elke auch beruflich. Bis 2002 absolvierte sie ein Designstudium an der Akademie für Gestaltung im Handwerk in Ulm.

Das dabei erworbene Know-how, das stark vom Bauhaus und der Hochschule für Gestaltung (HfG) beeinflusst ist, lässt sie seither im eigenen Familienbetrieb in die Planung, Produktion und Montage von Möbeln einfließen. „Eine sorgfältige und detaillierte Planung ist sehr wichtig, sie ist unsere Eintrittskarte zum Kunden“, verrät die Möbeldesignerin.

Vom ersten Entwurf über die technische Zeichnung bis zur Fertigung mittels CNC-Maschine in der Werkstatt wird die CAD-Technologie angewandt. CAD steht für computer aided design, auf Deutsch: computerunterstützte Gestaltung. Wie in einem modernen Industrieunternehmen werden die benötigen Planungs- und Produktionsdaten möglichst vollständig erhoben und fließen dann durch den gesamten Arbeitsprozess. Dabei sind die Alts und ihre acht Mitarbeiter stets bestrebt, den Datenfluss zu optimieren.

So soll nichts dem Zufall überlassen werden. Norbert Alt erläutert: Selbst bei der Endmontage der Küche, des Esszimmers oder des Bads wisse der Monteur genau, wo er bohren, schrauben oder hämmern darf und wo nicht, weil alle Elektroleitungen, Steckdosen oder Wasserrohre exakt im Montageplan eingezeichnet seien.

Bei der Kreishandwerkerschaft in Weißenhorn gilt die Schreinerei Alt als sehr fortschrittlicher heimischer Handwerksbetrieb. Ermöglicht hat das auch das leistungsfähige Breitbandnetz in Buch und seinen Ortsteilen. Norbert Alt lobt Bürgermeister Roland Biesenberger und die Gemeinderäte: „Das Internet funktioniert sehr gut, da sind wir hervorragend aufgestellt.“  

Doch die Technik allein macht es nicht, stimmen muss neben der Qualität des Personals auch die Optik und die Atmosphäre. „Die Botschaft beginnt mit dem Erscheinungsbild“, weiß Landrat Freudenberger aus eigenem Erleben. Das wissen auch die Alts, das sieht und spürt man in ihrem Inspirationsraum, den sie im Anschluss an die Werkstatt in Gannertshofen geschaffen haben. „Von der Modernität unseres Showrooms schließen unsere Kunden auf unsere Produkte“, erläutert Elke Alt.

Schwiegervater Alois Alt jedenfalls ist vollauf überzeugt von dem, was sein Sohn und seine Schwiegertochter machen: „Ich verfolge alles noch mit großem Interesse und bin sehr zufrieden“, sagt der rüstige 86-Jährige, der hin und wieder noch Botengänge für die Firma erledigt.

© Rosi Feldes E-Mail

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