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Digitalfunk leitet neues Zeitalter für Feuerwehren ein

Im Landkreis Neu-Ulm hat der Echtbetrieb am Montag, 3. Juli 2017, um 9 Uhr begonnen 

Am 3. Juli 2017 hat ein neues Zeitalter begonnen für die Rettungs- und Sicherheitskräfte im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle (ILS) Donau-Iller (Landkreise Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu und kreisfreie Stadt Memmingen). Seit Montagmorgen um punkt 9 Uhr ist der BOS-Digitalfunk nun flächendeckend im Einsatz. „BOS“ steht für „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“, also die Polizei, die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk (THW), die Hilfsorganisationen und die Kreisverwaltungsbehörden.

„Heute ist ein historischer Tag für die Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm“, sagte Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt im nagelneuen, erst drei Tage zuvor angelieferten Einsatzleitwagen (ELW), dessen High-Tech-Ausstattung ebenfalls voll auf den digitalen Funk ausgelegt ist.Nach bayernweit insgesamt zehn Jahren Vorbereitungszeit hat damit der Digitalfunk auch im Landkreis Neu-Ulm den überkommenen analogen Funk abgelöst. Dem Wechsel zur digitalen Funktechnik misst Kreisbrandrat Schmidt eine enorme Bedeutung bei: „Das ist ein großer Schritt für eine verbesserte Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte bei ihrem schwierigen Dienst.“

Die 68 Freiwilligen Feuerwehren, acht Löschzüge und fünf Werkfeuerwehren im Landkreis Neu-Ulm sind nun alle mit digitalem Funk ausgestattet. Der Einsatzstellenfunk war bereits im Januar dieses Jahres von analog auf digital umgestellt worden. Im zweiten Schritt folgte nun auch der Fahrzeugfunk.

Zuvor galt es, die Infrastruktur für den digitalen Funk aufzubauen, die Ausstattung zu beschaffen und landkreisweit rund 1.500 Feuerwehrleute in der neuen Technik zu schulen.

„Die Schulungen auf Landkreisebene waren ein enormer Kraftakt für die Kreisbrandinspektion“, hob Kreisbrandrat Dr. Schmidt hervor. Die Besonderen Führungsdienstgrade – der Kreisbrandrat, die Kreisbrandinspektoren und die Kreisbrandmeister  – nahmen darüber hinaus an weiterführenden Lehrgängen an den Staatlichen Feuerwehrschulen in Geretsried, Regensburg und Würzburg teil.

Zum Netzaufbau mussten Sendeanlagen an verschiedenen Standorten errichtet und die zugehörige Systemtechnik installiert werden. Beides basiert deutschlandweit auf dem Standard TETRA (Terrestrial Trunked Radio).

Die Städte und Gemeinden kauften bis dato 1.039 Funkgeräte für ihre Feuerwehren und den Katastrophenschutz. Im Einzelnen sind dies: 20 Festfunkstationen für Feuerwehrhäuser, 225 mobile Sprechfunkgeräte für Fahrzeuge und 894 Handsprechfunkgeräte.

Der Freistaat Bayern bezuschusst die Investitionen. Die endgültigen Anschaffungskosten und die Höhe der staatlichen Zuschüsse stehen jedoch noch nicht fest.

Zur Koordination und Abwicklung der Geräteverwaltung haben die Landratsämter und die ILS Donau-Iller sogenannte Taktisch Technische Betriebsstellen (TTB) geschaffen. Sie dienen als zentrale Ansprechpartner für die Städte und Gemeinden sowie die einzelnen Feuerwehren.

Der Landkreis Neu-Ulm betreibt mit dem Landkreis Günzburg gemeinsam eine TTB in Illertissen, die mit je einer Vollzeitkraft besetzt ist. Derzeit ist die Einrichtung in einem angemieteten Gebäude untergebracht, dessen Eigentümer die Stadt Illertissen ist. Wenn der Neubau des Feuerwehrhauses in Illertissen fertiggestellt ist, wird die TTB zusammen mit der Atemschutzübungsstrecke des Landkreises Neu-Ulm dorthin umziehen. Der Landkreis beteiligt sich entsprechend an den Baukosten.

„Es ist gewaltige Arbeit geleistet worden“, kommentierte stellvertretender Landrat Roland Bürzle all die Anstrengungen zur Verwirklichung des BOS-Digitalfunks im Landkreis Neu-Ulm.

Die analoge Funktechnik kann allerdings noch nicht ins Museum verfrachtet werden. Denn zur Kommunikation mit den Sicherheits- und Rettungskräften jenseits von Donau und Iller braucht es die alten Funkgeräte noch. Baden-Württemberg ist nämlich bei der Umstellung auf Digitalfunk längst noch nicht so weit wie Bayern, wo „Donau-Iller“ und „Allgäu“ nun als letzte Leitstellenbereiche den digitalen Echtbetrieb aufgenommen haben.

© Martina Herrmann E-Mail

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