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Ein Trachtenhut als Symbol für 50 Jahre Freundschaft

Auch nach einem halben Jahrhundert ist die Partnerschaft zwischen Prad und dem Landkreis Neu-Ulm lebendig

50 Jahre und kein bisschen leise: Es war ein Festwochenende voller Knalleffekte: akustischer, ästhetischer und atmosphärischer. Mit viel Herz, Harmonie und Heiterkeit feierte der Landkreis Neu-Ulm mit seinen Freundinnen und Freunden aus Prad am Stilfserjoch das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum.

Es gab am Samstag einen ausgesprochen kurzweiligen Festabend im Sendener Bürgerhaus mit rund 250 geladenen Gästen, am Sonntag eine erhebende Festmesse in der Roggenburger Klosterkirche, zelebriert von Pater Johannes, und abschließend einen Bürgerempfang mit der Musikkapelle Meßhofen im Prälatenhof des Klosters.

Besonderen Eindruck hinterließen die Einlagen der rund 130 Besucherinnen und Besucher aus Prad: Sei‘s akustisch, als die Goaßlschnöller es krachen ließen. Sei’s ästhetisch, als die Musikkapelle Prad unter Leitung von Dirigentin Verena Tröger vorführte, wie schön Blasmusik sein kann. Und sei’s atmosphärisch, weil das freundschaftliche Flair während des gesamten Wochenendes in der Luft lag.

Das Wetter zeigte sich dabei endlich mal wieder von seiner freundlichen Seite. So konnten alle Gäste aus Prad im gemeinsamen Marsch vereint zum Festabend im Bürgerhaus ziehen. Dort wirbelten die Schuhplatter, wie sie mochten. Und die Volkstanzgruppe komplettierte die Kostproben des reichhaltigen folkloristischen Lebens im oberen Vinschgau. Dass alles wie am Schnürchen klappte, war das Verdienst von Anette Kölle aus dem Landratsamt, die sich einmal mehr als glänzende Organisatorin erwies.

In Anbetracht all dessen gab Landrat Thorsten Freudenberger seiner „Riesenfreude“ Ausdruck, dass die Freundschaft zwischen dem Landkreis Neu-Ulm und der Südtiroler Marktgemeinde Prad nach 50 gemeinsamen Jahren immer noch so lebendig ist. Mit Stolz präsentierte er den Trachtenhut, den ihm der Prader Schütze und Goaßlschnöller, Kurt Agethle, zu den Klängen der Partyband „Parkbank“ im Foyer des Bürgerhauses spontan geschenkt hatte. „Als Symbol unserer Freundschaft“ werde er die Kopfbedeckung in Ehren halten, gelobte Freudenberger anderntags nach der Festmesse. Und sogleich spielte die Blaskapelle Meßhofen das Lied „Von Freund zu Freund“. Ins Bild passte auch, dass das offizielle Gastgeschenk, ein Gemälde der weißen Bergriesen rund um Prad, großen Gefallen fand. Ein Ehrenplatz dafür ist garantiert.

Freudenberger stellte in seiner Festrede heraus, dass erst die Begegnung der Menschen „die Partnerschaft und die gesamte europäische Idee lebendig machen“. Europa brauche solche neue Vitalität, um „Populisten, Nationalisten, Egoisten und Spaltern“ zu widerstehen.

Markus Ferber, Europaabgeordneter aus Bobingen, argumentierte mit den Errungenschaften der Europäischen Union: Friede, Freiheit, Wohlstand, einer einheitlichen Währung sowie freiem Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr. Er appellierte, zusammenzustehen und die gemeinsamen Herausforderungen geschlossen anzugehen.

Auch Prads Bürgermeister Dr. Karl Bernhart wandte sich gegen die „Separatisten in Europa“ und rief zur Fortsetzung der Freundschaft mit dem Landkreis Neu-Ulm auf. „Sehr dankbar“ seien die Prader vor allem für die Hilfe in den Anfangsjahren der ursprünglichen Patenschaft. Ihre Dankbarkeit bekräftigten alle Prader im Saal, indem sie aufstanden und ihren Gastgebern lang anhaltenden Applaus spendeten.

Als Teilnehmer einer Gesprächsrunde beim Festabend machte stellvertretender Landrat Franz-Clemens Brechtel, der in den 80er- und 90er-Jahren unter anderem Partnerschaftskoordinator im Landratsamt war, den Pradern ein „großes Kompliment für den faszinierenden Weg, den sie zurückgelegt haben“ - von einer der ärmsten Gemeinden Südtirols zum prosperierenden, blühenden Gemeinwesen.

Katharina Casado, die neue Kreisjugendpflegerin, wusste von der Attraktivität Prads zu erzählen. Sie zeigte sich begeistert vom ersten Jugendaustausch, den sie im Sommer 2018 als Leiterin der Feriengruppe aus dem Landkreis Neu-Ulm in Prad erleben durfte.

Gerald Burger, der Partnerschaftskoordinator auf Prader Seite, hatte die Jugendfreizeit organisiert, von der Casado schwärmte. Schon als Kind wuchs er in die Freundschaft mit dem Landkreis Neu-Ulm hinein, so dass diese nun „tief in meinem Herzen wurzelt“, sagte Burger.

Genauso ist dies bei seiner einstigen Schulkameradin Christine Pinggera-Wiedemann, die einen Wullenstetter geheiratet hat und heute mit ihrem Mann Uli und ihrem Sohn Jonas in Illerzell lebt. Jetzt habe sie „zwei Heimaten: Prad und den Landkreis Neu-Ulm“, antwortete Christine Wiedemann Magdalena von Petersdorff, der Persönlichen Referentin von Landrat Freudenberger, welche die Interviewrunde professionell moderierte.

Viel Wahres und Wertvolles wurde an diesem Festwochenende gesagt, die wichtigsten Worte stehen sogar schwarz auf weiß auf der Freundschaftsurkunde, die Bürgermeister Dr. Karl Bernhart und Landrat Thorsten Freudenberger auf der Bühne des Bürgerhauses unterzeichneten. Darauf ist zu lesen: „Ein gemeinsames halbes Jahrhundert liegt hinter uns, in dem aus einer Patenschaft eine gelebte Freundschaft wurde. Diese Freundschaft ist so bunt und vielseitig wie unsere jeweiligen Heimatregionen. Hierfür sind wir sehr dankbar. Das enge Band, das uns miteinander verbindet, möchten wir auch weiterhin festhalten und unsere Partnerschaft aktiv gestalten.“

Fotos: Kerstin Weidner (Landratsamt Neu-Ulm; 6), Sammlung Thorsten Freudenberger (1).

© Martina Plaschke E-Mail

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