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Eine Wohnoase mit doppeltem Wohlfühlklima

Die Familie Epple aus Finningen ist „Energiesparmeister“ des Landkreises Neu-Ulm – Sie ließ ihr Zuhause vorbildlich energetisch sanieren und erweitern

„Wir kommen gerne heim“, sagen Sonja und Christian Epple und sprechen dabei auch für ihre drei Töchter Emilia (12), Maike (8) und Sophia (2). Hier in ihrer Wohlfühloase in Finningen (Stadt Neu-Ulm) können die viel beschäftigten Mitinhaber des örtlichen Gasthofes und Hotels „Hirsch“ ihre Akkus aufladen. Es ist ein Haus, das nicht nur ein hervorragendes Raumklima aufweist, sondern auch das Weltklima und die Energieressourcen unseres Planeten schont.

Dafür wurden Sonja und Christian Epple nun als „Energiesparmeister“ des Landkreises Neu-Ulm ausgezeichnet. Florian Drollinger, Klimaschutzmanager am Landratsamt, überreichte dem Ehepaar anlässlich der Bayerischen Klimawoche (8. bis 16. September 2018) den mit 2.500 Euro dotierten Bauherrenpreis.

Seit 2001 wohnt das Ehepaar Epple im ehemaligen Elternhaus der Frau im Birkenweg 1 in Finningen. Als nach und nach die Kinder auf die Welt kamen, wurde die Doppelhaushälfte zu klein. Also entschloss sich die Familie, die nachbarliche Doppelhaushälfte (Birkenweg 3), die inzwischen leer stand, zu kaufen. Doch bewohnbar waren die Räume nicht mehr. Ein Gutachter stellte eine erhebliche Mauerwerksfeuchte und Setzschäden fest. Neben der maroden Baukonstruktion war die gebäudetechnische Ausstattung sehr veraltet. Die Epples machten deshalb gleich Nägel mit Köpfen: Sie ließen den zugekauften Bauteil komplett abreißen und an dessen Stelle einen Anbau neu errichten.

Den Auftrag vergaben sie an die Firma Hullak Rannow Architekten aus Ulm, die seit Jahren das nachhaltige Bauen als einen Tätigkeitsschwerpunkt hat. Die Bauplaner gliederten dem Bestandsgebäude einen Neubau im Westen an, der – so sagt Architektin Sandra Wiedenmann – „sich um das bisherige Einfamilienhaus schmiegt“.

Im Untergeschoss wurden die Bodenplatte und die Stahlbetonwände gedämmt. Das Erdgeschoss und das Obergeschoss bestehen komplett aus Holzfertigteilen (Leno-Tec-Massivholzhaus-System). „Holz ist einer der energieeffizientesten und klimafreundlichsten Baustoffe“, erklärt Bernd Hullak, der Mitinhaber des Architekturbüros.

Die Trägerkonstruktion (Aufbau circa 40 Zentimeter) wurde nach außen hin gedämmt und mit Fassadenplatten verkleidet. Die Fenster im Neubau sind alle dreifach verglast. In der weitergenutzten Wohnhaushälfte wurden die Außenwände des Untergeschosses gegen das Erdreich abgedichtet und gedämmt. Eine Dämmung erhielten unterseitig auch die Kellerdecken. Im Erdgeschoss brachten die Bauarbeiter ein Wärmedämmverbundsystem an. Das modernisierte alte und das neu gebaute Gebäudeteil zusammen erhielten eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Außerdem wurde auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert.

In nur einem halben Jahr war der Bau fertig. Das sei auch das Verdienst der geschickten und zuverlässigen Handwerker, lobt Projektleiterin Sandra Wiedenmann.  „Alle kommen aus unserem Landkreis. Darauf haben wir Wert gelegt“, ergänzt Christian Epple.

Das sanierte und erweiterte Familiendomizil erfüllt nun die Anforderungen des KfW-Effizienzhauses 115. Hinter dieser Fachbezeichnung verbirgt sich ein Fünf-Liter-Haus mit netzdienlicher Photovoltaikanlage mit Energiemanagement- und Speichersystem. Die Wohnfläche des Bestands beträgt 114 Quadratmeter (m²), die Nutzfläche 61 m². Der Neubau weist eine Wohnfläche von 125 m² auf; die Nutzfläche beträgt 60 m².

Hier, in diesem Anwesen, zu dem auch eine Einliegerwohnung, Garage, Treppenterrasse und ein schöner Garten gehören, fühlen sich die Epples pudelwohl. Die Investition hat sich also gelohnt? „Wir würden es sofort wieder machen“, antwortet Christian Epple – „wegen der Wohnqualität, aber auch dem Klimaschutz zuliebe“.

INFO:
Alle Energiesparmeister – privat, kommunal und gewerblich – werden im Herbst 2018 bei einer gemeinsamen Siegerehrung im WiBiZ in Weißenhorn prämiert. Wer sich auch mit einem Projekt am Energiesparmeister-Wettbewerb beteiligen möchte, der kann sich mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises Neu-Ulm, Florian Drollinger, in Verbindung setzen (Telefon: 0731/7040-3220; E-Mail: florian.drollinger@lra.neu-ulm.de).

© Martina Herrmann E-Mail

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