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Kleine Wutzwerge dürfen wütend sein

Eltern erfahren im großen Bildungs- und Erziehungsvortrag, wie sie am besten mit den Emotionen ihrer Kinder umgehen

Eltern kennen diese Szene: Ein Kind liegt am Boden, strampelt dabei auch gerne noch mit Armen und Beinen und brüllt in ohrenbetäubender Lautstärke. Der Anlass dafür ist oftmals – jedenfalls aus Elternsicht – banal bis nicht vorhanden. Von „Wutzwergen“ sprach Diplompädagoge Thomas Rupf in seinem großen Bildungs- und Erziehungsvortrag in dieser Woche im Bildungszentrum Roggenburg. Und über diese „Wutzwerge“ wusste Rupf, selbst Vater von fünf Kindern, einiges zu berichten: „Kinder haben die Aufgabe uns in den Wahnsinn zu treiben – und unsere Aufgabe ist es nicht wahnsinnig zu werden.“

Wie das am besten gelingt, darüber referierte Rupf, der seit 2012 als Referent für Weiterbildungen und Erziehungsvorträge im Bundesgebiet tätig ist, vor 210 Gästen in einem unterhaltsamen Vortrag. Er erklärt, weshalb es aus Sicht der Kinder sehr wohl gute Gründe gibt für ihre Wut: Diese kann aus Ängsten entstehen, aus Frust oder schlicht aus Überforderung. Und das passiert, erinnert Rupf sein Publikum, im Übrigen nicht nur bei Kindern: „Wut ist normal und gesund, bei Kindern wie bei Erwachsenen.“

Im Umgang mit kindlicher Wut sei es für die Eltern wichtig, den Kindern ihre Wut nicht abzusprechen und diese gleichzeitig auszuhalten. Nicht allem müsse deshalb gleich nachgeben werden, denn auch Kinder müssen lernen, mit ihrer Wut umzugehen und ihre Emotionen zu entladen. Bei der Einschätzung, welche Formen der Entladung angemessen sind und toleriert werden sollten und bei welchen Reaktionen Grenzen gesetzt werden müssen, rät Rupf, auf das Bauchgefühl zu hören: „Vertrauen Sie sich wieder mehr, wenn Sie etwas als falsch empfinden, ist es das auch.“ Demnach dürfe ein Kind ruhig mal brüllend auf dem Boden liegen, anderen wehtun dürfe es hingegen nicht.

Die vielen Fragen, die dem Erziehungsexperten im Anschluss an seinen Vortrag gestellt wurden, zeigten das rege Interesse an diesem Thema. Thomas Rupf nahm sich viel Zeit mit der Beantwortung. Der jährliche Bildungs- und Erziehungsvortrag ist eine gemeinsame Aktion des Bildungszentrums Roggenburg, der Bildungsregion Landkreis Neu-Ulm und der vhs Landkreis Neu-Ulm. Er fand in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt.

© Martina Plaschke E-Mail

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