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Landkreis Neu-Ulm geht neue Wege im Arten- und Naturschutz: Akteure vernetzen - gemeinsam mehr erreichen

Erstes Koordinierungstreffen zum Arten- und Naturschutz im Landratsamt tauscht sich über Ziele aus

Um von einem Punkt zum anderen zu gelangen, benutzen wir täglich Straßen und Wege. Dabei können wir auf ein gut ausgebautes und weit verzweigtes Verkehrsnetz zurückgreifen. Eine Vernetzung, die auch für die Insekten erreicht werden muss. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten „Koordinierungstreffens zum Arten- und Naturschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm einig. Neben den Mitgliedern des Naturschutzbeirates des Landkreises hatte Landrat Thorsten Freudenberger weitere Vertreter des Bund Naturschutzes, der Imker, der Landwirtschaft, der Jäger, des Gemeindetags sowie Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Krumbach, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth eingeladen. „Wir müssen für einen besseren Arten-, Natur- und Klimaschutz noch mehr tun. Geeint in diesem Ziel vernetzen wir alle Akteure im Landkreis, um dann konkrete Maßnahmen umzusetzen. Reden reicht nicht – wir müssen handeln“, so Landrat Freudenberger.

Als wichtiges Ziel wurde die Schaffung eines Biotopverbundes genannt. So müssten die Naturflächen im Landkreis mit Hilfe von Blühstreifen - idealerweise entlang von Feld- und Waldwegen sowie Flüssen – verbunden werden. Entscheidend ist es, die „Wanderwege“ der Tiere zu erhalten, betonten Vertreter des Bund Naturschutzes und des Imkereiverbands. Dadurch werde der Verinselung der Biotope entgegengewirkt.

Einig waren sich auch alle darin, dass es nur zusammen geht. „Wir alle wollen einen intakten Natur-, Arten- und Klimaschutz“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Dafür sei es wichtig, „miteinander und nicht übereinander zu reden und alle Beteiligten an einen Tisch zu holen“. Eine Initiative, die alle Teilnehmer sehr begrüßten. Die Vertreter der Landwirtschaft nutzten das Treffen, um noch einmal ausdrücklich zu betonen, dass sie sich den Bemühungen zum Insektenschutz grundsätzlich keinesfalls verschließen, sondern gerne ihren Beitrag leisten. Man müsse jedoch bedenken, die entsprechenden Maßnahmen für die Landwirtschaft praktikabel zu gestalten.

Als konkrete Ziele aus dem  Koordinierungstreffen wurde die Erstellung eines Konzeptes genannt, wie der Arten- und Naturschutz im Landkreis Neu-Ulm verbessert werden kann. Des Weiteren soll die Öffentlichkeit über Maßnahmen informiert werden, um zum Beispiel darüber aufzuklären, dass die Blühstreifen, die „wild“ am Straßenrand wachsen, kein Zeichen von vernachlässigten Pflegemaßnahmen sind, sondern ein wichtiger Lebensraum für Insekten. Jeder Gartenbesitzer könne seinen Beitrag leisten, indem er seinen Garten nicht komplett kultiviert oder gar versteinert, sondern der Natur auch mal ihren Lauf lässt. Das Landratsamt hat deshalb unter anderem Projekte wie „Entsteint Euch“ oder „Blühende Landschaften“ entwickelt. Mit der Ausgabe von circa 55 Kilogramm Saatgut konnten bis jetzt rund 3,5 Hektar mit Wildblumen auf über 800 Einzelflächen privater Gartenbetreiber entstehen, informierte Michael Angerer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Hinzu kommen Blühflächen unter anderem auf Grundstücken des Landkreises, der Gemeinden sowie anderer Einrichtungen.

Erfreulich ist auch, dass weitere Landwirte für die Teilnahme am bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) gewonnen werden konnten, teilte Angerer bei dem Koordinierungstreffen mit. Dabei werden Bewirtschaftungsvereinbarungen mit den Landwirten getroffen, die überwiegend Extensivierungsmaßnahmen vorsehen. Die im VNP befindlichen Wiesen werden künftig frühestens ab 15. Juni eines jeden Jahres gemäht und nicht gedüngt. Darüber hinaus werden nahezu 20 Hektar bestehende Ackerflächen noch dieses Jahr in Blühwiesen umgewandelt.

Ebenfalls in die Diskussion mit ein floss das Gesetz zum Artenschutz, das noch abschließend im Bayerischen Landtag beraten wird und voraussichtlich im Juli 2019 in Kraft treten wird. Dort spielen unter anderem auch Vernetzungskorridore in Form von grünen Säumen an Gewässern, Wald und Straßen eine Rolle.

Das nächste Koordinierungstreffen zum Arten- und Naturschutz im Landkreis Neu-Ulm ist für den Herbst vorgesehen.

Fotos: Landratsamt Neu-Ulm/Kerstin Weidner

© Martina Plaschke E-Mail

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