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BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr | Landkreis Neu-Ulm | Aktuelle Mitteilungen | Artikelkat

Nachweis von Hasenpest im Landkreis Neu-Ulm

In einem Revier in Unterfahlheim ist ein Fall von Hasenpest aufgetreten. Das ergab jetzt eine Untersuchung des toten Tieres, welches an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gesendet worden war. Der Hase stammte aus dem selben Revier, in dem bereits im vergangenen Jahr ein Fall von Hasenpest nachgewiesen wurde.

Bei der Hasenpest, auch Tularämie genannt, handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Das für die Erkrankung verantwortliche Bakterium (Francisella tularensis) ist insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen sehr widerstandsfähig. Klinisch zeigen infizierte Hasen typischerweise keine Flucht- oder Ausweichbewegung mehr. Auffällig ist zudem eine erhöhte Atemfrequenz des Tieres. Betroffen sind vorwiegend Nagetiere wie Hasen oder Kaninchen, aber auch andere Wild- und Haustiere können daran erkranken.

Auch der Mensch kann sich mit der Hasenpest, der sogenannten Zoonose, infizieren. Jedoch handelt es sich beim Menschen um eine eher seltene Erkrankung.

Die Ansteckung von Menschen oder Haustieren erfolgt hauptsächlich über Haut- und Schleimhautkontakt mit infektiösem Material, wie beispielsweise den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch. Überdies ist eine Infektion durch die Einatmung von kontaminiertem Staub und Aerosolen beim Umgang mit infizierten Tierkörpern möglich. Diese Infektionsquelle ist insbesondere für Jäger beim Umgang mit toten Tierkörpern und für Spaziergänger beim direkten Kontakt mit infizierten Feldhasen von besonderer Bedeutung.

Beim Menschen sind im Falle einer Erkrankung die Krankheitserscheinungen unspezifisch. Häufig treten grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Gliederschmerzen nach drei bis fünf Tagen auf. Die Krankheit ist - rechtzeitig erkannt -  gut therapierbar. Ein Impfstoff steht in Deutschland derzeit nicht zur Verfügung.

Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen

Das Ansteckungsrisiko für den Menschen ist bei Einhaltung entsprechender Vorsichtmaßnahmen sehr gering. Der Veterinärdienst des Landratsamtes Neu-Ulm empfiehlt, Fleisch von Feldhasen nur zu verzehren, wenn es vollständig durcherhitzt wurde. Außerdem soll jeder Kontakt mit tot aufgefunden Hasen oder sonstigen Wildtieren unterlassen und der zuständige Jäger benachrichtigt werden.

Hinsichtlich des Infektionsrisikos für Haustiere ist es wichtig, den Kontakt der eigenen Tiere zu möglichen infizierten Tieren zu unterbinden. Hier empfiehlt sich zum Beispiel ein konsequentes Anleinen von Hunden beim Spazierengehen.

© Kerstin Weidner E-Mail

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