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Wo Bienen und Vögel im Landkreis Neu-Ulm Nahrung finden

Arten- und Naturschutz im Landkreis: Landrat lädt im Mai zu Koordinierungstreffen ein!

Wenn die ersten Blütenknospen ihre Köpfe aus dem Boden strecken und sich die Bienen in den Blütenkelchen auf die Suche nach Nahrung machen – spätestens dann ist wieder Frühling angesagt. Auch im Landkreis Neu-Ulm freut man sich über das rege Treiben von Insekten. Deshalb fördert der Landkreis bereits verschiedene Maßnahmen, mit denen die Vielfalt der Insekten erhalten und deren Anzahl wieder gesteigert werden soll. Dabei kooperiert das Landratsamt eng mit Vertretern der Landwirtschaft. „Nur wenn wir miteinander und nicht gegeneinander arbeiten, können wir langfristig etwas bewirken, von dem alle Seiten profitieren“, ist Landrat Thorsten Freudenberger überzeugt. Das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ habe gezeigt, dass das Thema vielen Menschen sehr am Herzen liegt. Ziel des Landrates ist es, mit allen Akteuren gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen, um im gesamten Landkreis dem Insektensterben entgegenzuwirken.

Erfreulich ist deshalb, dass weitere Landwirte für die Teilnahme am bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) gewonnen werden konnten. So wurden im Antragszeitraum vom 07. Januar bis zum 22. Februar 2019 fast 50 Hektar landwirtschaftliche Flächen mit einem Fördervolumen von ca. 35.000 Euro erstmals in das VNP aufgenommen. Über 20 landwirtschaftliche Betriebe haben sich hierzu bereit erklärt und aktiv mitgewirkt. „Insgesamt konnte dadurch die Anzahl der am VNP teilnehmenden Betriebe auf 90 erhöht werden“, teilt Landrat Freudenberger mit. „Dadurch hat sich die Gesamtzahl der VNP-Flächen im Landkreis Neu-Ulm um über 50 % gesteigert.“ Er bedankt sich deshalb bei den Landwirten für die Bereitschaft zur Teilnahme und deren Engagement.

 „Die Bewirtschaftungsvereinbarungen mit den Landwirten sehen überwiegend Extensivierungsmaßnahmen vor“, erläutert Michael Angerer, Leiter des Fachbereichs Naturschutz und Landschaftsplanung am Landratsamt Neu-Ulm. Die im VNP befindlichen Wiesen werden künftig frühestens ab 15. Juni eines jeden Jahres gemäht und nicht gedüngt. Darüber hinaus werden nahezu 20 Hektar bestehende Ackerflächen noch dieses Jahr in Blühwiesen umgewandelt. „Das ist auch ein wichtiger Beitrag zu unserem laufenden Projekt `Blühende Landschaften`. Das VNP spielt hier eine zentrale Rolle“, informiert Angerer.

Projekt Blühende Landschaften

Für das Projekt „Blühende Landschaften“ werden ebenfalls wieder Partner gesucht. Die Aktion startete im Frühjahr 2018. Ziel ist es, möglichst viele artenreiche Wildblumenwiesen anzusäen, damit die stark bedrohte heimische Insektenwelt wieder mehr Lebensräume erhält. Landrat Freudenberger ruft die Gemeinden, Vereine, Verbände sowie alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises dazu auf, sich wie im letzten Jahr wieder aktiv an dem Projekt zu beteiligen. Für private Kleinflächen bis 100 m² , auf denen Blühwiesen neu angelegt werden, stellt der Landkreis Neu-Ulm wieder das Saatgut zur Verfügung. Ebenfalls neue Blühflächen legt der Landkreis bei eigenen Außenanlagen von Schulen und anderen Einrichtungen an und setzt schrittweise eine extensivere Pflege um.

„Wir möchten das Projekt „Blühende Landschaft“ konsequent weiterführen, weil auch wir als Landkreis einen Beitrag leisten wollen, um dem fortschreitenden Insektensterben entgegenzuwirken“, erläutert Landrat Freudenberger.

Eine weitere Maßnahmen zum Insekten- und Artenschutz im Landkreis Neu-Ulm ist die Aktion „Entsteint Euch“, die das Ziel hat, naturnahe Gärten zu schaffen. Darüber hinaus betreibt der Landkreis eine naturschonende und –fördernde Biotoppflege und legt neue Biotope mit naturschutzfachlichen Schwerpunktthemen an. Hier sind zum Beispiel die Biotope im Rothtal zu nennen, welche den Weißstörchen und wiesenbrütenden Vogelarten einen attraktiven Lebensraum bieten.

Nicht zu vergessen die Organisation von Vorträgen und Veranstaltungen, um die Bürgerinnen und Bürger über verschiedene Natur- und Umweltthemen zu informieren. Fortbildungen zur Gartenplege sowie Führungen und Beratungen im Kreismustergarten runden die vielfältigen Maßnahmen ab. Außerdem tauschen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig mit anderen Verwaltungen wie der Wasserwirtschaft und dem Staatlichen Bauamt zu fachlichen Themen zum Naturschutz wie der optimierten Pflege von Deichen, Dämmen und Straßenböschungen aus.

Um die Zusammenarbeit noch zu intensivieren sowie neue Projekte und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen, ist für Mitte Mai 2019 ein Koordinierungstreffen zum Thema Arten- und Naturschutz im Landratsamt Neu- Ulm geplant. Hierzu werden Experten aus den verschiedenen Fachgebieten wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, Imkerei, Fischerei und Jagd eingeladen. „Wir möchten bei dieser Veranstaltung die Arten- und Naturschutzprojekte, die der Landkreis Neu-Ulm bereits initiiert hat, kurz vorstellen. Außerdem wollen wir mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern konsensfähige Maßnahmen diskutieren und weitere Projekte anstoßen, die unseren heimischen Arten zugute kommen und zum Schutz und der Förderung unserer Natur beitragen“, gibt Landrat Freudenberger einen Ausblick.

© Rosi Feldes E-Mail

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