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BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr

Änderungen im Fahrerlaubnisrecht zum 19.01.2013

Änderungen ab dem 19.01.2013

In Umsetzung der 3. EU-Führerschein-Richtlinie wurden zum 19.01.2013 zahlreiche fahrerlaubnisrechtliche Bestimmungen geändert und/oder ergänzt. Betroffen sind insbesondere der Zweiradbereich und das Fahren mit Anhängern. Zudem dürfen Führerscheine ab diesem Tag nur noch befristet ausgestellt werden.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Führerscheinbefristung bei Neuausstellung:


Die Gültigkeitsdauer neu ausgestellter Führerscheine wird seit dem 19. Januar 2013 befristet. Die Gültigkeitsdauer beträgt 15 Jahre. Diese Befristung erfolgt unabhängig vom Ausstellungsgrund für den Führerschein und gilt für die erstmalige Erteilung ebenso wie für die Neuausstellung nach einem Verlust oder eine Entziehung, eine Erweiterung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis. Die Gültigkeitsverlängerung nach Ablauf der 15 Jahre wird voraussichtlich ohne Vorlage von Eignungsnachweisen möglich sein.

Bis 18.01.2033 müssen zusätzlich alle anderen - bisher unbefristet - ausgestellten Führerscheine erstmalig umgetauscht werden. Das betrifft also auch die bis zum 18.01.2013 ausgestellten Kartenführerscheine.

Neue Fahrerlaubnisklasse AM:

Die Klasse AM wurde unter Wegfall der bisherigen Klassen M und S als neue Klasse eingeführt. Sie umfasst zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (Quads und Trikes), jeweils mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h und 50 ccm Hubraum bzw. 4 kW Leistung.

Neue Definition der Fahrerlaubnisklasse A1:

Die bisherige Definition der Fahrerlaubnisklasse A1 wurde ergänzt. Es muss nun zusätzlich auch ein Verhältnis von Leistung/Gewicht von höchstens 0,1 kW/kg eingehalten werden. Leichtkrafträder die bis zum 18.01.2013 erstmals zugelassen wurden, können weiterhin mit der Klasse A1 geführt werden, ohne dass die neue Beschränkung zu beachten ist.

Die bisherige 80 km/h-Begrenzung für 16- und 17-Jährige entfällt.

Neue Fahrerlaubnisklasse A2:

Die frühere Fahrerlaubnisklasse A (beschränkt) wurde zur Fahrerlaubnisklasse A2 bei einer definierten Motorleistung von bis zu 35 kW und einem Verhältnis von Leistung/Gewicht von nicht mehr als 0,2 kW/kg.

Inhaber der bisherigen Klasse A (beschränkt) dürfen seit 19.01.2013 Krafträder der neuen Klasse A2 und - nach Ablauf von zwei Jahren - Krafträder der unbeschränkten Klasse A fahren.

Der stufenweise Aufstieg in den Motorradklassen:

Für den stufenweisen Aufstieg von der Klasse A1 zur neuen Klasse A2 sowie von der Klasse A2 zur Klasse A ist nach Ablauf von mindestens zwei Jahren nur eine praktische Prüfung erforderlich. Das Mindestalter für den direkten Zugang zu der Klasse A wurde von 25 auf 24 Jahre gesenkt.

Neuregelung zum Führen von Trikes:

Die Neuregelung schreibt für das Führen von Trikes, die nicht unter die Klasse AM fallen, seit dem 19.01.2013 eine Fahrerlaubnis der Klasse A vor (vorher Klasse B). Das Mindestalter hierfür wurde auf 21 Jahre angehoben.

Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse B, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurde, dürfen damit weiterhin Trikes führen. Außerdem berechtigt die vor dem 19.01.2013 ausgestellte Klasse B auch weiterhin zum Mitführen eines Anhängers hinter einem Trike.

Fahrerlaubnisklasse B mit Anhänger:

Die Anhängerregelung wurde vereinfacht. Grundsätzlich darf - wie bisher auch - ein Anhänger bis 750 kg zul. Gesamtmasse mitgeführt werden. Darüber hinaus wird nun auf die zul. Gesamtmasse der Fahrzeugkombination abgestellt: bis 3.500 kg zul. Gesamtmasse der Kombination genügt ohne weitere Voraussetzung eine Fahrerlaubnisklasse B (auf das Verhältnis der zul. Gesamtmasse des Anhängers zu der Leermasse des Zugfahrzeuges kommt es also nicht mehr an).

Will man darüber hinaus mit der Klasse B auch Kombinationen mit einer zul. Gesamtmasse von über 3.500 kg bis 4.250 kg führen (wobei die zul. Gesamtmasse des Anhängers mehr als 750 kg betragen darf), ist zuvor eine Fahrerschulung in einer Fahrschule zu absolvieren. Nach absolvierter Fahrerschulung kann auf Antrag eine entsprechende Berechtigung im neuen Führerschein eingetragen werden (Schlüsselzahl 96).

Beim Führen derartiger Kombinationen sind die technischen Vorschriften in Bezug auf diese Fahrzeuge zusätzlich einzuhalten.

Fahrerlaubnisklasse BE (Pkw mit Anhängern, die nicht unter die Klasse B fallen):

Die zul. Gesamtmasse des Anhängers wurde auf 3.500 kg begrenzt. Für Anhänger von mehr als 3.500 kg zul. Gesamtmasse ist eine Fahrerlaubnis der Klasse C1E erforderlich.

Fahrerlaubnisklasse C1E:

Die Anhängerregelung bei der Klasse C1E wurde analog der Regelung bei der Klasse B vereinfacht. Zulässig sind Kombinationen bestehend aus einem Zugfahrzeug der Klasse C1 und einem Anhänger von mehr als 750 kg, sofern die zul. Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 12.000 kg nicht übersteigt (auf das Verhältnis der zul. Gesamtmasse des Anhängers zu der Leermasse des Zugfahrzeuges kommt es also nicht mehr an). Die technischen Vorschriften in Bezug auf die Fahrzeuge sind zusätzlich einzuhalten.

Neue Definition der Fahrerlaubnisklassen D und D1 (Busse)

Entscheidend ist bei diesen Klassen nicht mehr die Zahl der Sitzplätze, sondern die Zahl der Personen, auf die das Fahrzeug ausgelegt und gebaut ist (Klasse D1: nicht mehr als 16 Personen außer dem Fahrzeugführer). Die Klasse D1 wurde außerdem auf eine Länge von höchstens 8 m beschränkt.

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