Ehrenamtliches Engagement

  • In welchen Bereichen benötigen Hauptamtliche die Unterstützung durch Ehrenamtliche?

    Im Landkreis Neu-Ulm leisten bereits viele Ehrenamtliche einen wichtigen Beitrag bei der erfolgreichen Erstorientierung von Asylbewerbern in Bayern.

    Sie stellen eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zu den örtlichen Beratungsstrukturen dar und erfüllen wichtige Funktionen, die von den professionellen Kräften nicht abgedeckt werden können.

    Ehrenamtliche Hilfe ist im Landkreis Neu-Ulm in vielen Bereichen willkommen.

    Ehrenamtliche in der Asylarbeit

    • unterstützen die Asylbewerber bei der Erstorientierung vor Ort,
    • erklären und vermitteln kulturelle und gesellschaftliche Besonderheiten wie Feiertage, Sitten und Gebräuche,
    • sind Ansprechpartner für die Asylbewerber in allen Lebenslagen,
    • bieten Unterstützung bei Behördengängen oder Arztbesuchen,
    • ermöglichen Alltagskontakte und Begegnungsmöglichkeiten mit Einheimischen und/oder
    • helfen beim Erlernen der deutschen Sprache.

    Nach der Anerkennung als Asylberechtigter bieten die Ehrenamtlichen insbesondere Unterstützung

    • bei Behördengängen (z. B. Jobcenter),
    • bei der Kontoeröffnung,
    • bei der Anmeldung bei der Krankenkasse,
    • bei der Kontaktherstellung zur Migrationsberatung,
    • bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

     

  • An wen kann ich mich bei allgemeinen Fragen und Problemen in meiner Gemeinde wenden?

  • Welchen Versicherungsschutz gibt es für ehrenamtliche Helfer/-innen?

    Wenn Ehrenamtliche sich für Asylbewerber engagieren, können sich zwangsläufig gewisse Risiken ergeben. Die Frage nach einem ausreichenden Versicherungsschutz ist daher berechtigt.

    Dabei muss zwischen zwei (Problem-)Bereichen unterschieden werden:

    • Schäden, die der Ehrenamtliche bei der Ausübung der Tätigkeit erleidet.

    Ein Körper- oder Gesundheitsschaden ist in der Regel kein Problem, wenn der Ehrenamtliche gesetzlich versichert ist.

    Erfolgt das Engagement über einen Verein, eine kirchliche Einrichtung oder über eine Kommune, besteht Versicherungsschutz über den jeweiligen Träger. Engagieren sich Ehrenamtliche in einer losen Gruppierung, besteht Versicherungsschutz über die Bayerische Ehrenamtsversicherung.

    Wichtig: Einzelpersonen, die sich engagieren möchten, sollten sich nach Möglichkeit einem bereits bestehenden Helfer- oder Freundeskreis anschließen. Zu beachten ist außerdem, dass die gesetzliche Unfallversicherung lediglich Unfallschäden abdeckt, die im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit oder auf dem Hin- und Rückweg zwischen Wohn- und Einsatzort entstehen (sog. Wegeunfälle). Kleine Umwege, z. B. für private Einkäufe, können den Versicherungsschutz gefährden und sollten daher vermieden werden.

    Für einen Sachschaden (z. B. Schaden am eigenen Auto) gilt grundsätzlich (wie bei allen Schäden): Derjenige, der den Schaden verursacht, ist verantwortlich und muss den Schaden regulieren (z. B. durch eine Haftpflichtversicherung).

    Problematisch kann es werden, wenn der Schadensverursacher, unabhängig davon ob es sich um einen Deutschen oder Asylbewerber handelt, nicht zahlen kann und kein eigener Versicherungsschutz besteht. Asylbewerber besitzen in der Regel keinen privaten Versicherungsschutz. Auch das Landratsamt Neu-Ulm hat keine Möglichkeit Asylbewerber zwangszuversichern.

    Wird ein Ehrenamtlicher im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit geschädigt, springt nicht die Bayerische Ehrenamtsversicherung ein. Der Geschädigte muss sich selbst um die Schadensregulierung kümmern.


    •  Schäden, die der Ehrenamtliche selbst verursacht.

    Einen Schaden zu verursachen zählt sicherlich mit zu den größten Befürchtungen von im Asylbereich tätigen Ehrenamtlichen. Ein Großteil der Schadensfälle können durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass Ehrenamtliche eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, die „ehrenamtliches Engagement“ einschließt. Im Zweifelsfall sollte eine schriftliche Bestätigung der Versicherung angefordert werden.

    Für Schäden, die durch Vorsatz herbeigeführt werden, tritt die private Haftpflichtversicherung nicht ein. Ebenso haftet die private Haftpflichtversicherung nicht für Vermögensschäden (z. B. ehrenamtliche Tätigkeit als Schatzmeister).

    Ehrenamtliche, die keine private Haftpflichtversicherung haben, müssen für Schäden, die sie verursachen, selbst aufkommen. Ausnahme: Der Ehrenamtliche ist an einem Verein, einem kirchlichen Träger oder an eine Kommune angedockt. Bei losen Initiativen sind die Ehrenamtlichen über die Bayerische Ehrenamtsversicherung haftpflichtversichert.

    Fallbeispiel: Autounfall während der ehrenamtlichen Tätigkeit

    Hier gilt: Diejenigen, die im Auto des Ehrenamtlichen mitfahren – auch Asylbewerber – sind mitversichert. Eine zusätzliche Versicherung ist nicht notwendig. Außerhalb des Fahrzeugs Geschädigte sind ebenfalls mitversichert.

    In beiden Fällen reicht die normale Kfz-Haftpflichtversicherung aus, die in der Regel jeder Halter eines Pkws besitzen muss. Lediglich Schäden am eignen Fahrzeug können ggf. nur dann übernommen werden, wenn eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen wurde.

    Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Informationsblatt der Bayerischen Versicherungskammer entnehmen.

    Literaturempfehlung: Bernd Jaquemoth: „Vereinsrecht und Ehrenamt – Das Handbuch für alle Ehrenamtler“, 2014, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (Hrsg.).


     

  • Ich möchte mich selbst ehrenamtlich engagieren. Wer kann mich dazu beraten?

    Die Diakonie Neu-Ulm unterstützt Ehrenamtliche im Landkreis Neu-Ulm durch:

    • Koordinierung von Deutschkursen durch Ehrenamtliche,
    • Informationen über Fördermöglichkeiten der lagfa Bayern e. V.,
    • Beratung der Ehrenamtlichen über mögliche ehrenamtliche Aufgabengebiete,
    • Weiterleitung an bereits vorhandene Arbeits- oder Helferkreise,
    • Organisation von Fortbildungen für Ehrenamtliche.

    Kontakt: Büro der Diakonie in der Eckstraße 25; 89231 Neu-Ulm

    Zuständig für Neu-Ulm, Pfuhl (ohne Maienweg), Offenhausen, Breitenhof, Burlafingen

    Frau Sigrun Grüninger, Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
    Tel. 0731/70478-22
    E-Mail: asylberatung@diakonie-neu-ulm.de

    Zuständig für Elchingen, Thalfingen, Senden, Pfaffenhofen, Holzheim, Holzschwang, Maienweg Pfuhl, Illertissen, Altenstadt

    Andrea Leubner, Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
    Tel. 0731/70478-23
    E-Mail: a.leubner@diakonie-neu-ulm.de

    Zuständig für Unterfahlheim, Vöhringen, Bellenberg, Buch-Gannertshofen, Kellmünz, Weißenhorn-Biberachzell, Weißenhorn

    Daniel Sperl, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
    Tel. 07308/9243470
    E-Mail: d.sperl@diakonie-neu-ulm.de


    Ehrenamtliche können sich als Erstanlaufstelle bei Fragen rund zu den Themen

    • Aufenthalt, Sozialleistungen,
    • Versorgung im Krankheitsfall,
    • Unterkunft und Unterbringung,
    • Sprachkurse und ehrenamtliche Sprachmittlerdienste,
    • Anerkennung beruflicher Abschlüsse,
    • Fördermöglichkeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten und gemeinnützige Tätigkeit (Arbeitsgelegenheiten).

    direkt an die

    Integrations- und Gleichstellungstelle
    Mirjam Schlosser
    Landratsamt Neu-Ulm, Kantstraße 8, 89231 Neu-Ulm
    Tel. 0731/7040-2670
    E-Mail: mirjam.schlosser@lra.neu-ulm.de

    wenden.


    Darüber hinaus bietet das Landratsamt Neu-Ulm in Kooperation mit der Diakonie Neu-Ulm eine Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche im Asylbereich an. Gerade in der Asylarbeit werden ehrenamtliche Helfer immer wieder mit neuen Themen und Fragestellungen konfrontiert. Die Fortbildungsreihe „Asyl“ bietet daher sowohl Neueinsteigern als auch alten Hasen die Möglichkeit, sich kostenfrei zu asylrelevanten Themen weiterzubilden.

    Unsere nächsten Fortbildungstermine entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.


     

  • Wie viel darf ich als Ehrenamtlicher verdienen?

    Ehrenamtliche haben die Möglichkeit, eine Aufwandsentschädigung bis zu einem jährlichen Freibetrag von 720,00 € (ohne Fahrtkosten) Einnahmen zu erwirtschaften, ohne diesen versteuern zu müssen.

    Voraussetzung hierfür sollte jedoch sein, dass der Helferkreis eine gemeinnützig anerkannte Institution ist (z. B. ein Verein).

    Weiter sollten Sie eine Art Honorarvertrag abschließen, in dem Sie die Tätigkeit und den wöchentlichen Stundeneinsatz plus Honorar genau beziffern.
    Die Rechtsgrundlage hierfür ist § 3 Nr. 26 A+B Einkommenssteuergesetz.
    Sollten Sie als Ehrenamtliche über den jährlichen Freibetrag kommen, müssen Sie die Tätigkeit beim Finanzamt melden.

    Das Landratsamt Neu-Ulm zahlt Ehrenamtlichen, die im Asylbereich tätig sind, keine Aufwandsentschädigung.


     

  • Gibt es Handlungsleitlinien, die ich als Ehrenamtlicher beachten sollte?