Frauen in besonderen Lebenslagen

  • Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Asylbewerberinnen und ihre Kinder

    Jede vierte Frau erlebt in ihrem Leben Gewalt in ihrem familiären Umfeld. Für die WHO (Weltgesundheitsorganisation) gehört Gewalt an Frauen zu einem der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit. Verschiedene weltweite Umfragen belegen sogar, dass die Hälfte aller ermordeten Frauen von ihren jetzigen oder ehemaligen Partnern oder Ehemännern getötet wurden.

    Die von Gewalt betroffenen Frauen fühlen sich häufig hilflos. Die Kinder sind die Mitleidtragenden. Scham und die Angst vor weiteren Übergriffen hemmen sie jedoch, über das Erlebte zu sprechen und Hilfe zu suchen.

    In Deutschland ist häusliche Gewalt eine Straftat, die strafrechtlich verfolgt wird. Von Gewalt betroffene Frauen und Kinder, ganz gleich welcher Nationalität sie angehören, genießen in Deutschland einen besonderen Schutz. Beispiele für häusliche Gewalt sind sexuelle Gewalt, Körperverletzung, Einsperren, Drohung, Überwachung und Einschüchterung.

    (Quelle: www.unric.org/de/pressemitteilungen/26167-gewalt-gegen-frauen-die-fakten)

    Gewalt ist kein Delikt, welches Frauen und Kinder hinnehmen müssen!

    Mit dem Gewaltschutzgesetz 2002 wurde, um Opfer besser vor Gewalt zu schützen, der sog. Platzverweis eingeführt. Der Täter kann von der Polizei sofort für 14 Tage aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden. Betroffene Frauen gewinnen dadurch Zeit für Klärungen, Entscheidungen und Antragstellungen, z. B. gerichtliche Zuweisung der Wohnung.

    Im Extremfall können von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder auch in einem Frauenhaus untergebracht werden.

    Im Notfall können Sie sich direkt an die Polizei unter 110 oder an das Frauenhaus der AWO Neu-Ulm unter Tel. 0731-40988690; E-Mail: frauenhaus@awo-neu-ulm.de, wenden.

    Opfer von sexueller Gewalt können sich direkt an Frauennotruf unter Tel. 0731/73737; E-Mail: awo-notruf-nu@gmx.de, wenden.

    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter

    www.landkreis.neu-ulm.de/gleichstellungsstelle.html?con=hilfen-bei-haeuslicher-gewalt-20000715

    Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen erhalten Sie unter www.hilfetelefon.de. Eine kleine Auswahl an Informationsmaterialien können Sie unter Download abrufen.


     

  • Unterstützungsangebote für alleinerziehende Asylbewerberinnen

    Einen pauschalisierten Mehrbedarf für Alleinerziehende, vergleichbar mit den Regelungen im SGB II und SGB XII, sieht das Asylbewerberleistungsgesetz nicht vor.


     

  • Hilfen für Schwangere

    Für Schwangere wird ab der zwölften Schwangerschaftswoche bis zur Entbindung ein Mehrbedarf gewährt. Der Mehrbedarf beträgt in der Regel 17 % der sich aus § 3 Abs. 1 und 2 Asylbewerberleistungsgesetz ergebenden monatlichen Leistung für die Schwangere. Beim Sozialamt muss der Mutterpass oder eine ärztliche Bescheinigung, aus der der voraussichtliche Entbindungstermin ersichtlich ist, vorgelegt werden.

    Ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat kann eine einmalige Leistung in Höhe von derzeit rund 100,00 € für den Kauf von Umstandskleidung gewährt werden.

    Für die Babyerstausstattung ist eine einmalige Leistung bis zu 245,00 € möglich. Die Erstausstattung umfasst insbesondere Babywäsche, Fläschchen, Tücher, Lätzchen, Wanne und Pflegeartikel. Die Erstausstattung wird ab dem achten Schwangerschaftsmonat gewährt.

    Für den Kauf eines Kinderwagens ist eine Beihilfe in Höhe von 70,00 € möglich. Hier ist ein Verwendungsnachweis vorzulegen.

    Ein Kinderbett wird als Sachleistung zur Verfügung gestellt.

    Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen erhalten Sie unter www.schwanger-und-viele-fragen.de Eine kleine Auswahl an Informationsmaterialien können Sie unter Download abrufen.


     

  • Hilfen bei ungewollter Schwangerschaft

    Informationen zu Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt geben die 128 staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen. Eine Bayernkarte mit allen Beratungsstellen geordnet nach Regierungsbezirken kann unter http://www.stmas.bayern.de/familie/beratung/schwangere/index.php abgerufen werden.

    Die Schwangere vereinbart mit der Beratungsstelle einen Beratungstermin. Bei der Beratung muss ein Identitätsnachweis vorgelegt werden. Die Schwangere kann eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher mit zur Beratung bringen, alternativ kann auf Wunsch auch kostenfrei eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher der Beratungsstelle hinzugezogen werden.

    Die Beratung ist vertraulich und ergebnisoffen, sie kann gegenüber der Beratungskraft auch anonym erfolgen.
    Am Ende der Beratung erhält die Schwangere eine Bescheinigung über die durchgeführte Beratung.
    Die Beratung und der Beratungsschein sind kostenlos.

    Wenn sich die Frau für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, kann dieser frühestens 3 Tage nach der Beratung durchgeführt werden (der Tag der Erteilung der Beratungsbescheinigung und der Tag des Abbruchs sind nicht mitzurechnen).

    Falls sich die Frau für das Kind entscheidet, geben die Schwangerschaftsberatungsstellen umfangreiche Hilfestellung und Informationen zu Unterstützungsleistungen.

    Die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch können übernommen werden, wenn die Frau Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezieht.
    Die Frau kann selbst eine Krankenkasse am Ort ihres gewöhnlichen Aufenthaltes wählen. Bei Betroffenen, die nach § 10a Asylbewerberleistungsgesetz verteilt oder zugewiesen worden sind, gilt dieser Bereich als gewöhnlicher Aufenthalt.
    Die Kostenübernahme muss bei der gewählten Krankenkasse immer vor dem Abbruch beantragt und von dieser bescheinigt werden.
    Die Kostenübernahmebescheinigung und der Beratungsschein der Schwangerschaftsberatungsstelle sind der Ärztin oder dem Arzt, die den Abbruch vornehmen, vorzulegen.