BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr | Artikelkat

Schadstoffe belasten Trinkwasser nicht

Frau Renate Pressl
Frau Renate Pressl

Renate Pressl, Expertin für Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt, erklärt, wo im Unteren Illertal bedenkliche Werte auftreten und worauf zu achten ist

Das Grundwasser im Unteren Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann mit Lösungsmitteln, sogenannten LHKWs, verunreinigt sein. „Die Werte verhalten sich in diesem Jahr uneinheitlich“, erklärt Renate Pressl, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm. Das Verhalten der LHKW im Untergrund sei äußerst komplex und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. „Obwohl die Messungen schon über viele Jahre erfolgen, sind Prognosen nicht möglich. Deutungen von Werten sind nicht belegbar.“ Im Interview gibt Pressl Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was sind LHKWs?

Leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe. LHKWs wurden früher als Lösungs- und Extraktionsmittel insbesondere bei metallverarbeitenden Betrieben oder auch bei  Chemischen Reinigungen eingesetzt.

Woher kommen die Belastungen?

Die Verunreinigungen stammen von der ehemaligen Großreinigung Bellenberg und der früheren Uhrenfabrik in Senden.

Ist das Trinkwasser in den betroffenen Gebieten verunreinigt?

Nein, das Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgung kann uneingeschränkt genutzt werden.

Ist es gesundheitsgefährdend, in den Baggerseen im Illertal zu baden?

Nein, in den Baggerseen kann bedenkenlos gebadet werden.

Gibt es Einschränkungen aufgrund der LKHW-Belastung? Was empfehlen Sie?

Während der Erntezeit sollten Obst und Gemüse nicht mit Brunnenwasser gegossen wird. Zum Reinigen der Früchte und des Gemüses verwenden Sie am besten nur Trinkwasser. Für das Duschen und Baden, auch in Planschbecken, sowie für das Tränken von Nutztieren sollte ebenfalls nur Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen verwendet werden.

Welche Bereiche im Landkreis Neu-Ulm sind betroffen?

In Bellenberg sind die Bereiche westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs betroffen. Dort liegt die Belastung bei bis zu 80 Mikrogramm (µg) pro Liter Wasser.

In Vöhringen bewegen sich die Werte zwischen 40 µg (südlicher Ortsrand) und 16 µg (Stadtgebiet) je Liter. Die vorgeschlagenen Einschränkungen sollten deshalb im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie beachtet werden.

In Senden ist das Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm–Kempten betroffen. Die Werte liegen hier bis maximal 440 µg pro Liter Wasser.

Im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen wurden entlang der Bahnlinie Ulm – Kempten und westlich davon bis zu 24 µg/Liter gemessen.

In Neu-Ulm/Ludwigsfeld liegt der Wert östlich der Memminger Straße bei 19 µg je Liter.

Pläne


(Stand: 09.06.2017)
 

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