Im Krankheits- oder Notfall

  • Welche Leistungen erhalten Asylbewerber im Krankheitsfall?

    Der Landkreis Neu-Ulm ist zum 01.04.2017 einer Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) beigetreten.

    Für ambulante Behandlungen durch niedergelassene Ärzte, Notfallambulanzen und Medizinische Versorgungszentren in Bayern gilt:

    Im Krankheitsfall erhalten Asylbewerber vom Sozialamt einen Krankenschein. Die Gültigkeit des Behandlungsscheins ist grundsätzlich auf den Landkreis Neu-Ulm beschränkt. Der Krankenschein muss vom Asylbewerber vor Beginn der Behandlung vorgelegt werden. Nur in Eilfällen kann der Krankenschein auch innerhalb von 2 Wochen nach der Behandlung nachträglich vom Arzt angefordert werden.

    Der Asylbewerber muss zunächst immer einen Hausarzt, Kinderarzt, Frauenarzt oder Augenarzt aufsuchen. Dieser entscheidet dann, ob ggfs. eine Überweisung zu einem Facharzt in Betracht kommt. Ein Arztwechsel während der Gültigkeit eines Behandlungsscheines ist nur mit Genehmigung des Sozialamtes möglich.

    Für Asylbewerber können nur die zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände notwendigen Kosten übernommen werden.

    Folgende Behandlungen bedürfen der vorherigen schriftlichen Genehmigung des Sozialamtes:

    • Strahlentherapie
    • Humangenetik
    • Verordnung von Krankenpflege
    • Verordnung von Rehabilitationsmaßnahmen
    • Verordnung von Vorsorgekuren
    • Verordnung von Hilfsmitteln, sofern die Aufwendungen hierfür die Summe von
      250,00 € übersteigen
    • Psychotherapie
    • Einweisung in ein Krankenhaus


    Kosten für Sprachmittlerdienste können im Einzelfall übernommen werden, wenn der Asylsuchende selbst nicht ausreichend mit dem Behandler kommunizieren kann  und die ärztliche oder zahnärztliche Behandlung ohne diese Dienste nicht im medizinisch erforderlichen Umfang möglich ist. Vorrangig soll die Sprachvermittlung jedoch unentgeltlich durch Verwandte, Bekannte oder andere nahestehende Personen erfolgen. Nur wenn dies nicht möglich ist, können sonstige Sprachmittler beigezogen werden (z. B. die Integrationsmentoren im Landkreis Neu-Ulm). Die Hinzuziehung eines Berufsdolmetschers ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Übernahme der Kosten muss vor der Behandlung vom Sozialamt genehmigt werden, die Antragstellung ist auch telefonisch oder per E-Mail möglich.

    Ansprechpartner für die Antragstellung, die Vermittlung der Integrationsmentoren und die Abrechnung der Kosten:

    Herr Frei
    Tel. 0731/7040-2611
    E-Mail: matthias.frei@lra.neu-ulm.de

    Herr Parlak
    Tel. 0731/7040-2615
    E-Mail: resul.parlak@lra.neu-ulm.de

    Fax: 0731/7040-2698


     

  • Welche Leistungen erhalten Asylbewerber für die Zahnbehandlung?

    Asylbewerber erhalten im Bedarfsfall vom Sozialamt Neu-Ulm einen Zahnbehandlungsschein.

    Für Asylbewerber können nur die zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände notwendigen Kosten übernommen werden.

    Dies gilt auch für die Verordnung von Arznei- und Verbandsmitteln.

    Eine Versorgung mit Zahnersatz ist nur möglich, wenn dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.

    Zahnersatz ist auf einem gesonderten Heil- und Kostenplan vor Anfertigung durch das Sozialamt genehmigen zu lassen. In der Regel erfolgt hier eine Rücksprache mit dem Vertrauenszahnarzt.

    Kosten für Sprachmittlerdienste können im Einzelfall übernommen werden, wenn der Asylsuchende selbst nicht ausreichend mit dem Behandler kommunizieren kann und die ärztliche oder zahnärztliche Behandlung ohne diese Dienste nicht im medizinisch erforderlichen Umfang möglich ist. Vorrangig soll die Sprachvermittlung jedoch unentgeltlich durch Verwandte, Bekannte oder andere nahestehende Personen erfolgen. Nur wenn dies nicht möglich ist, können sonstige Sprachmittler beigezogen werden (z. B. die Integrationsmentoren im Landkreis Neu-Ulm). Die Hinzuziehung eines Berufsdolmetschers ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Übernahme der Kosten muss vor der Behandlung vom Sozialamt genehmigt werden, die Antragstellung ist auch telefonisch oder per E-Mail möglich.

    Ansprechpartner für die Antragstellung, die Vermittlung der Integrationsmentoren und die Abrechnung der Kosten:

    Herr Frei
    Tel. 0731/7040-2611
    E-Mail: matthias.frei@lra.neu-ulm.de

    Herr Parlak
    Tel. 0731/7040-2615
    E-Mail: resul.parlak@lra.neu-ulm.de

    Fax: 0731/7040-2698

    Folgende Akut-Behandlungen sind abrechnungsfähig:

    BEMA-Nummern: Ä 1Ber; 01 U; 03 Zu ; 04; Ä 161 Inz1; Ä 925a-925d Rö2 Rö5 Rö8 Stat; Ä 935d; 8 ViPr; 10 üZ; 11 pV; 12 bmf; 13a – 13d F1 F2 F3 F4; 25 Cp; 26 P; 27 Pulp; 28 VitE; 29 DeV; 31 Trep1; 32 WK; 34 Med; 35 WF; 36 Nbl1; 38 N; 40 I; 41a, b L1 L2; 43 X1; 44 X2; 45 X3; 46 XN; 47a Ost1; 48 Ost2; 49 Exz1; 51a Pla1; 51b Pla0; 105 Mu; 106 sK; 107 Zst.

    Der Umfang der Leistungen entspricht dem aktuellen Leistungsverzeichnis des KZVB für Leistungsberechtigte nach § 1 AsylbLG.

    Bei notwendigen Überweisungen ist der Asylbewerber mit Überweisungsschein an das Sozialamt zu verweisen. Bei allen Verordnungen und Überweisungen ist der Kostenträger „Sozialamt Landratsam Neu-Ulm“ und die Abrechnungsstelle „Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern“ oder „Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg“ anzugeben.

    Unsere Kassennummer lautet: 70806.

    Eine Abrechnung des Krankenscheines ist – mit Angabe der Diagnose – nur mit der „Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayern“ oder der „Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg“ möglich. Den Abrechnungen ist eine Rechnung mit Bankverbindung und eine Aufstellung über die eingereichten Krankenscheine beizufügen.

    Die Abrechnung erfolgt nach den Vergütungssätzen der AOK Bayern oder der AOK Baden-Württemberg, in deren Bereich der Arzt niedergelassen ist (§ 4 Abs. 3 Satz 2 und 3 AsylbLG). Der Berechtigte hat freie Wahl zwischen den im Landkreis Neu-Ulm und der Stadt Ulm zur kassenärztlichen Versorgung zugelassenen Ärzten.

    Bei Eintritt des Asylbewerbers in die gesetzliche Krankenversicherung und bei Wohnortwechsel wird der Krankenschein ungültig.


     

  • Wo erhalten Asylbewerber einen Krankenschein?

    Asylbewerber können bei dem für sie zuständigen Sozialamt einen Krankenschein oder Zahnbehandlungsschein beantragen.

    Das Sozialamt ist außerdem zuständig für

    • die Geld- und Sachleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
    • die Ausstellung von Krankenscheinen und die Abrechnung mit der kassenärztlichen bzw. kassenzahnärztlichen Vereinigung und den Kliniken,
    • die Vermittlung von gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten und die Auszahlung der Aufwandsentschädigung,
    • die Übernahme von Fahrtkosten zur förmlichen Anhörung vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

    Ansprechpartner:

    (Für einen reibungsloseren Ablauf bitten wir Sie, die Krankenscheine per Mail zu beantragen)

    Herr Frei
    Tel. 0731/7040-2611
    E-Mail: matthias.frei@lra.neu-ulm.de

    Herr Parlak
    Tel. 0731/7040-2615
    E-Mail: resul.parlak@lra.neu-ulm.de

    Fax: 0731/7040-2698


     

  • Wie gehe ich bei einem medizinischen Notfall vor?

    Bei einem medizinischen Notfall bewahren Sie bitte Ruhe. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Notfallnummern für den Ernstfall.

    Sie brauchen schnell Hilfe oder suchen dringend Rat:

    Feuerwehr/Rettungsdienst/Notarzt
    Tel. 112

    Polizei
    Tel. 110

    Krankentransport
    Tel. 19222

    Bitte beachten Sie bei der Meldung die W-Fragen!

    Was ist passiert?
    Wo geschah der Notfall?
    Wie viele Leute sind betroffen?
    Welche Verletzung, Vergiftung oder Erkrankung?
    Warten auf Rückfragen!

    Ärztlicher Bereitschaftsdienst (Vertretung der Kassenärzte)
    Tel. 01805/191212

    am Wochenende von Freitag 18:00 Uhr bis Montag 08:00 Uhr

    sowie an Feiertagen vom Vorabend 18:00 Uhr bis zum folgenden Werktag 08:00 Uhr
    (auch 24.12., 25.12. sowie an regionalen Feiertagen und am Faschingsdienstag)

    und von Mittwoch 13:00 Uhr bis Donnerstag 08:00 Uhr

    Giftnotruf München
    Tel. 089/19240

    Zahnärztlicher Notdienst (Suche)
    www.zahnarzt-notdienst.de

    Zahnärztlicher Notdienst
    www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/pa_zahnarztsuche_notdienst.html

    Apotheken-Notdienst
    www.apotheken.de

    Frauennotruf
    Tel. 0731/73737


     

  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für traumatisierte Flüchtlinge?

    Ein erheblicher Anteil an Menschen, die in Deutschland derzeit Asyl beantragen, war in ihrem Herkunftsland oder während ihrer Flucht traumatischen Erlebnissen ausgesetzt. Sie wurden gefoltert, körperlich und psychisch misshandelt, vergewaltigt oder erlebten hautnah die Ermordung ihnen nahestehender Angehöriger. Diese Erfahrungen können neben körperlichen Verletzungen auch tiefe seelische Narben hinterlassen. In der Regel ist es einfacher körperliche Symptome zu diagnostizieren und zu behandeln. Seelische Verletzungen hingegen sind nicht unmittelbar erkennbar, sie zeigen sich vielmehr in diffusen psychischen und/oder psychosomatischen Störungen. Die nach Extremtraumatisierungen verbundenen pathologischen Reaktionen werden unter der posttraumatischen Belastungsstörung erfasst.

    Zu den häufigsten psychischen und körperlichen Beschwerden nach Extremtraumatisierung zählen:

    • Aggressionsstörungen oder Anpassungsstörungen
    • Essstörungen, Suchtverhalten
    • Depressionen
    • Schlafstörungen
    • Ängste, Verfolgungsgedanken
    • Gefühle der Selbstunsicherheit und Wertlosigkeit
    • Suizidgedanken
    • Selbstschädigendes Verhalten und Suizidversuche

    (Quelle: Fiechtner/Drößler/Bercher/Schlichenmaier (Hrsg): Verteidigung der Menschenwürde. Die Arbeit des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm (BFU); 2015; S. 5; 177 ff.)

    Traumatherapeutische Behandlung gehört ausschließlich in professionelle Hände. Ehrenamtliche leisten einen wertvollen Beitrag, indem sie Betroffene darin unterstützen, professionelle Unterstützung überhaupt in Anspruch zu nehmen. Asylbewerber, die unter schweren psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen in Folge eines schweren traumatischen Ereignisses leiden, können trotz der medizinischen Einschränkung auf die Behandlungen akuter Krankheiten in begründeten Einzelfällen therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

    Die Kostenübernahme muss im Einzelfall mit dem zuständigen Sozialamt abgeklärt werden.

    Ansprechpartner:

    Herr Frei
    Tel. 0731/7040-2611
    E-Mail: matthias.frei@lra.neu-ulm.de

    Herr Resul Parlak
    Tel. 0731/7040-2615
    E-Mail: resul.parlak@lra.neu-ulm.de

    Fax: 0731/7040-2698

    Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm/Neu-Ulm

    Innere Wallstraße 6
    89077 Ulm
    Tel. 0731/22836 und 9215442
    Fax 0731/15979000