BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr

Seniorenfachplanung

Der Landkreis Neu-Ulm gehört mit rund 165.000 Einwohnern auf einer Fläche von 515 Quadratkilometern zu den kleinsten und am dichtesten besiedelten Landkreisen in Bayern. Er umfasst 17 Städte, Märkte und Gemeinden, darunter die Große Kreisstadt Neu-Ulm und die Städte Illertissen, Senden, Vöhringen und Weißenhorn.
Der Landkreis Neu-Ulm ist ein bedeutender Lebens- und Wirtschaftsraum, zentral gelegen, mit einer hervorragenden Infrastruktur, einem umfassenden Bildungsangebot, einem innovativen Wirtschaftsklima mit guten Arbeitsmarktchancen sowie einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung und Versorgung der Bevölkerung mit Pflegeeinrichtungen.

Seit 1950 stieg die Bevölkerung im Landkreis Neu-Ulm bis Ende 2008 um fast das Doppelte an. Aufgrund von Abwanderungen einerseits und den allgemein niedrigen Geburtenziffern hat sich der Anstieg in den letzten Jahren deutlich verlangsamt. Nach einer durchgeführten demografischen Prognose werden im Jahr 2018 im Landkreis Neu-Ulm knapp 167.000 Einwohner und damit gut 2.000 Einwohner mehr als heute leben. Im Jahr 2028 ergibt sich dann eine geschätzte Einwohnerzahl von wieder unter 165.000, was der heutigen Größenordnung entspricht.

Demografischer Wandel
Aufgrund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft wird der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Landkreis Neu-Ulm von heute rund 24 % bis 2028 auf etwa 34 % steigen. In den frühen 30er Jahren wird die Quote voraussichtlich 35 % liegen. Die Zahl der über 84-Jährigen im Landkreis hat sich von 1988 bis heute verdoppelt. Bis 2024 wird sie sich laut Prognose nochmals verdoppeln. Bis 2030 ist gegenüber 1988 mit einer Verfünffachung der Hochbetagten, das heißt der über 84 Jahre alten Einwohner des Landkreises zu rechnen.

Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung
Die beschriebene Entwicklung ist eine gewaltige Herausforderung für die Seniorenpolitik und Seniorenarbeit. Den bayerischen Gesetzgeber hat dies dazu bewogen, die Landkreise, Städte und Gemeinden zu veranlassen, so genannte „Seniorenpolitische Gesamtkonzepte“ für ihre Bereiche ausarbeiten zu lassen.

Anders als bei den bisherigen Altenhilfeplänen geht es bei diesem Seniorenpolitischen Gesamtkonzept um zukunftsfeste, Folgen abschätzende Leitlinien und prozessorientierte Konzepte, da nur auf diese Weise der Dynamik der Entwicklung Rechnung getragen werden kann.

Der Landkreis Neu-Ulm hat diese Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern, bestehend aus der „Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung“ GbR (AfA), München, und dem „Institut für Sozialplanung, Jugend und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik“ (SAGS), Augsburg, übertragen.

Folgende Arbeitsschritte wurden durchgeführt:

  • Analyse der demografischen Entwicklung der Bevölkerung.

  • Bestandserhebung bei den Einrichtungen und Diensten, die in der Seniorenarbeit tätig sind.

  • Schriftliche Befragung von rund 2.500 Personen über 60 Jahre mit einem Rücklauf von knapp 40 %. Insgesamt liegen Informationen über knapp 1.000 Bürgerinnen und Bürger vor.

  • Durchführung von zwei Workshops mit regionalen Expertinnen und Experten.

  • Schriftliche Befragung der kreisangehörigen Kommunen.

  • Diskussion der Ergebnisse in einem Steuerungsgremium.

 Es wurden zehn Handlungsfelder unterschieden, hinzu kommt die Pflegebedarfsplanung. Die Handlungsfelder sind:

  • Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung

  • Wohnen zu Hause

  • Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit

  • Gesellschaftliche Teilhabe

  • Bürgerschaftliches Engagement von und für Senioren

  • Unterstützung pflegender Angehöriger

  • Präventive Angebote und Angebote für besondere Zielgruppen

  • Kooperations- und Vernetzungsstrukturen

  • Hospiz- und Palliativversorgung

  • Betreuung und Pflege

Aufgaben für die Zukunft
Das erarbeitete Seniorenpolitische Gesamtkonzept 2010 für den Landkreis Neu-Ulm ist die Analyse der derzeitigen Versorgungssituation älterer Bürgerinnen und Bürger im Landkreis und darauf aufbauend die Einschätzung der künftigen Entwicklungen mit Erstellung eines Handlungsprogramms für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Wesentliche Zielsetzungen sind dabei, die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen zu stärken, Bildung und bürgerschaftliches Engagement von und für Senioren zu fördern, die Bereiche Wohnen und Wohnumfeld den Bedürfnissen älterer Menschen anzupassen, die vorhandenen Versorgungsangebote zu verzahnen und neue Wohn- und Pflegeformen für ältere und pflegebedürftige Menschen zu entwickeln.

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept
Viele dieser Felder sind im Landkreis Neu-Ulm bereits gut bestellt, manche jedoch gilt es, intensiver als bisher zu beackern. Alle in Zusammenarbeit mit den örtlichen Expertinnen und Experten entwickelten 46 seniorenpolitischen Maßnahmen sind getrennt nach Handlungsfeldern in einer übersichtlich gegliederten farbigen Broschüre dokumentiert. Die Broschüre enthält zudem eine Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen sowie eine detaillierte Bevölkerungsanalyse und Bevölkerungsprognose, die die zukünftige Entwicklung der älteren Bevölkerungsgruppen im Landkreis Neu-Ulm in den nächsten 20 Jahren aufzeigt. Darauf aufbauend wird auch der Pflegebedarfsplanung ein breiter Raum eingeräumt. Alle Bereiche sind mit zahlreichen farblichen Darstellungen anschaulich erläutert.

Die Broschüre ist kostenlos erhältlich beim
Landratsamt Neu-Ulm
Fachbereich 24
Kantstraße 8, 89231 Neu-Ulm
Petra Guter
Tel. 0731/7040-1252
E-Mail: petra.guter@lra.neu-ulm.de

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