Tuberkulosefürsorge

Tuberkulose wird durch Bakterien ausgelöst. Die Erreger befallen überwiegend die Lunge und lösen unter anderem Husten aus. Aufgabe des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist, eine Ausbreitung der Tuberkulose zu verhindern. Wenn wir von einer Tuberkuloseerkrankung erfahren, führen wir auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes eine Umgebungsuntersuchung durch. Dazu ermitteln wir die Kontaktpersonen des Erkrankten und leiten die notwendigen Maßnahmen ein. Die evtl. notwendigen Blutuntersuchungen oder Röntgenaufnahmen der Lunge sind für Sie kostenlos!

Weitere Informationen unter Tel.Nr. 0731/7040-1281 oder -1284.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Tuberkulosebakterien (Mycobacterium tuberculosis) verursacht wird. Sie gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. In Deutschland ist die Tuberkulose selten geworden, aber auch hier sind jährlich über 5.000 Menschen betroffen.

Die Tuberkulose ist gut heilbar, wenn sie richtig behandelt wird.

Wie wird die Tuberkulose übertragen?

Eine Ansteckung erfolgt in Deutschland heute praktisch nur noch über die Luft von Mensch zu Mensch. Die Gefahr einer Ansteckung (Infektion) besteht nur bei Kontakt mit einer an ansteckender Lungentuberkulose erkrankten Person. Die Erkrankten geben beim Sprechen, Husten oder Niesen feinste Tröpfchen mit Tuberkulosebakterien in die Umgebungsluft ab. Werden sie von anderen Menschen eingeatmet, kann eine Infektion erfolgen. Die Ansteckungsgefahr wächst mit der Dauer und der Intensität des Kontakts. Eine Ansteckung über andere Wege, etwa Gebrauchsgegenstände oder Geschirr, ist nahezu ausgeschlossen.

Was passiert, wenn ich mich angesteckt habe?

Wenn die Tuberkulosebakterien eingeatmet werden, rufen sie in der Lunge eine Entzündungsreaktion hervor. Das körpereigene Immunsystem umgibt die eingedrungenen Tuberkulosebakterien mit einem Wall von Zellen und schließt sie gleichsam ein. Man spricht von einer latenten tuberkulösen Infektion (LTBI). Etwa zwei Monate nach der Infektion kann dieser Kontakt mit dem Immunsystem durch spezielle Haut- und Bluttests nachgewiesen werden. Ob es nach einem Tuberkulosekontakt zu einer Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie gut es unseren Abwehrwehrkräften gelingt, die eingedrungenen Bakterien zu bekämpfen.

  • Etwa 90 % der Menschen bleiben gesund, obwohl sie sich angesteckt haben.

Weniger als 10 % der Infizierten erkranken im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose. Das Risiko hierfür ist in den ersten zwei Jahren am höchsten.

Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind, haben ein erhöhtes Risiko, an Tuberkulose zu erkranken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Personen mit Immunschwäche.

Wie äußert sich eine Tuberkuloseerkrankung?

Häufig verspürt der oder die Kranke wegen des schleichenden Beginns keine oder nur uncharakteristische Beschwerden.

Gerade deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig.

Typische Beschwerden sind:

  • Husten, manchmal mit Blutbeimengungen
  • Krankheitsgefühl, Leistungsschwäche
  • Gewichtsabnahme
  • Fieber
  • Nachtschweiß Schmerzen oder Stechen im Brustkorb

Nicht alle Tuberkulosekranken fühlen sich schwer krank.

Wenn Husten länger anhält und von den oben genannten Beschwerden begleitet wird, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen!

Was macht das Gesundheitsamt?

Das Gesundheitsamt hat die Aufgabe, die Weiterverbreitung der Tuberkulose zu verhindern und die Infektionskette zu unterbrechen. Beratung und Aufklärung sind ein wesentlicher Anteil unserer täglichen Arbeit.

Eine behandlungsbedürftige Tuberkulose ist nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Handelt es sich um eine ansteckungsfähige Erkrankung, erfragt das Gesundheitsamt die Personen, mit denen der/die Erkrankte sehr engen Kontakt über einen längeren Zeitraum hatte.

Wir informieren und laden diese Personen zur Untersuchung in das Gesundheitsamt ein. Diese Tätigkeit nennt man Umgebungsuntersuchung, zu der wir gesetzlich verpflichtet sind.

Warum sind manchmal mehrere Untersuchungen notwendig?

Die Zeit zwischen einer Infektion und der Entwicklung einer Krankheit kann sehr lang sein. Deshalb genügt eine einmalige Untersuchung oft nicht und es sind Nachuntersuchungen notwendig. Ein Arzt des Gesundheitsamts bzw. ein Facharzt für Lungenheilkunde legt die Zahl und den Abstand der Untersuchungen nach individuellen Umständen und aktuellen Richtlinien fest.

Wie kann man eine Infektion (Ansteckung) feststellen?

Um festzustellen, ob jemand mit Tuberkulosebakterien Kontakt hatte oder sich angesteckt hat, stehen zwei Testverfahren zur Verfügung.

  • Tuberkulin-Hauttest (THT)
    Dieser Test wird nur noch bei Kindern (< 15 Jahre) durchgeführt. Es wird Tuberkulin in die Haut des Unterarms gespritzt. Bildet sich nach 2-3 Tagen an der Teststelle eine tastbare Verhärtung, wird der Test als positiv gewertet. Der Test muss unbedingt von erfahrenem Fachpersonal abgelesen werden.

  • Bluttest – Interferon-Gamma Release Assay (IGRA-Test)
    Dieser Test ist spezifischer als der Tuberkulin-Hauttest. Er gehört zum Standardverfahren und wird in Verbindung mit einer Risikobewertung und anderen medizinisch-diagnostischen Verfahren eingesetzt.

Sollte eines der beiden Testverfahren ein „positives“ Ergebnis zeigen, heißt es noch nicht, dass eine Erkrankung vorliegt oder die Person gar ansteckend wäre. Eine behandlungsbedürftige Tuberkulose sollte jedoch in diesem Fall sorgfältig mit weiteren Untersuchungen ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen für Bürger

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - Bürgerinformation Tuberkulose

NEU

DZK - Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose – Was man über Tuberkulose wissen sollte

Explain TB – Mobile Tuberkuloseaufklärung für das Smartphone

Die ExplainTB app für Android und iPhone liefert 23 Kapitel mit Patienteninformationen in 26 Sprachen. Ein großer Teil der Informationen hat eine “Vorlesefunktion” für Menschen, die nicht lesen können. Zudem können alle ExplainTB Filme abgerufen werden.

Fachinformationen für Ärzteschaft

Robert Koch-Institut – Information für Ärzte

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

Informationsschrift „Was man über Tuberkulose wissen sollte“

Neue Empfehlungen für die Umgebungsuntersuchungen bei Tuberkulose (2011) (pdf)

 

© Rosi Feldes E-Mail

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