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Geschichte
Bodendenkmalpflege im Landkreis Neu-Ulm Kreisarchäologe Richard Ambs, Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte
  | Geschichte der Archäologie im Landkreis Neu-Ulm |  | Die Grabungen der Kreisarchäologie Neu-Ulm |  | Förderung der Bodendenkmalpflege durch den Landkreis Neu-Ulm |  | Das frühere Archäologische Museum Neu-Ulm |  | Die wichtigsten Grabungen der Kreisarchäologie Neu-Ulm 1985-2009 |  | Publikationen des Landkreises zur Geschichte im Landkreis Neu-Ulm |  | Interessante Links und Hinweise | | | | | 
| Geschichte der Archäologie im Landkreis Neu-Ulm
Das Interesse an den Hinterlassenschaften der Menschen vergangener Epochen hat in unserem Raum eine lange Tradition. Sowohl im Altlandkreis Neu-Ulm als auch im Altkreis Illertissen fanden erste archäologische Untersuchungen in Form von Grabhügelöffnungen bereits im 19. Jahrhundert statt. In Illertissen war der Apotheker Hummel beim Bau seines Hauses auf alamannische Reihengräber gestoßen. Der von ihm verständigte Historische Verein Augsburg untersuchte 1858/59 weitere Reihengräber südlich der Apothekerstraße und schließlich setzte der Zweigverein Memmingen der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft die Grabungen in dem Reihengräberfeld fort. Die Funde gelangten dadurch in die Museen von Augsburg bzw. Memmingen. Der Illertissener Kreisheimatpfleger Josef Regner konnte in den Jahren 1954/55 bei Baggerarbeiten auf dem Molkereigelände Beigaben von ca. 10 zerstörten Bestattungen und eine mit besonders reichen Beigaben ausgestattete weibliche Bestattung bei Kanalisationsarbeiten im Schulweg zwischen Apothekerstraße und Bischof-Ulrich-Schule bergen. Der Zweigverein Memmingen der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft war es auch, der ganz im Süden des Landkreises, zwischen Kellmünz und Weiler, einen großen Grabhügel, den Fuchsbühel, schnitt und die bronzezeitlichen Fundstücke ins Memminger Museum verbrachte. In Kellmünz war man im Jahre 1900 beim Ausbau der Wasserleitung auf Mauerreste des spätrömischen Kastells Caelius Mons gestoßen. Von 1901-1913 grub die ortsansässige Familie Linder1 Teile der Festungsmauern aus, brach aus den Fundamenten wertvolle Spolien und veräußerte diese an die Königliche Antikensammlung2. 1952 erregte Kellmünz erneut die Aufmerksamkeit der Archäologen, als bei Aushubarbeiten für einen Neubau ein Schatz römischer Münzen aus dem frühen 4. Jahrhundert geborgen werden konnte. In den Jahren von 1986 bis 1993 untersuchten Archäologen und Studenten unter der Leitung von Dr. Michael Mackensen im Auftrag der Spätrömischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die Reste der Wehranlagen und Teile des Innenbereichs3. Diese Ergebnisse führten zu dem vom Kreisarchäologen angeregten Bau des Archäologischen Parks Kellmünz durch den Landkreis Neu-Ulm. Dr. Mackensen hatte bereits in den Sommermonaten 1983-1985 im Landkreis Neu-Ulm mit Studenten und örtlichen Helfern die beiden frühkaiserzeitlichen römischen Kleinkastelle Nersingen und Burlafingen ausgegraben4 und den Bereich des Burgus Finningen untersucht. Im Landkreis Neu-Ulm waren schon 1815 bei Weißenhorn fünf hallstattzeitliche Grabhügel und 1830 bei Illerberg drei Hügel geöffnet worden. Im Buchwald bei Reutti und auch bei Neubronn wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts Grabhügel durchgegraben. Damals bei Reutti geborgene hallstattzeitliche Funde gehören heute dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart5. Mit der Gründung des Historischen Vereins Neu-Ulm im Jahre 1907 und eines 1908 eröffneten Museums begannen systematische archäologische Grabungen im gesamten Neu-Ulmer Kreisgebiet. Der Vorsitzende des Vereins, Realschulrektor Friedrich Dorner, grub 1910 die Hügelgräber 1-5 des hallstattzeitlichen Schlüsselhof-Gräberfeldes in Neu-Ulm Schwaighofen aus und Pfarrer Anton Ilg aus Straß (*1867, †1916), in Personalunion 2. Vorsitzender des Vereins und Museumskonservator, füllte durch zahlreiche Grabungen6 die prähistorische Abteilung des Neu-Ulmer Heimatmuseums. In den zwanziger Jahren betätigte sich Generalleutnant a. D. Michahelles als Vereinsarchäologe7 und inventarisierte die Grabungsfunde im Museum. Major von Kuepach legte Gemeindeakten an und Michahelles trug die vor- und frühgeschichtlichen Fundstellen in Katasterblätter ein8. In den Nachkriegsjahren führte Heimatpfleger Arthur Benz bis in die sechziger Jahre Notbergungen durch, ebenso der Ulmer Stadtarchäologe Albrecht Rieber. Benz bewahrte auch wesentliche Teile des Museumsbestandes vor der Zerstörung durch Kriegseinwirkung und machte die Sammlungen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich9. In den 60er bis 80er Jahren war in Weißenhorn eine archäologische Arbeitsgruppe tätig, als deren Mitglieder besonders Johann Burkhart, Kilian Gaus und Anton Knoll zu nennen sind. Sie erwarben sich große Verdienste durch die Bergung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Keramik und Gläser aus zahlreichen Baugruben im Stadtgebiet; denn diese Funde lassen die Bedeutung Weißenhorns als Hafnerstadt erkennen10. In den Jahren 1967-1984 war die Ulmer Gymnasiallehrerin Frau Dr. Emma Pressmar Kreisheimatpflegerin. Unter ihrer Leitung wurden 7 Grabungen11 im Landkreis durchgeführt. 1969 erfolgte durch sie die Neuaufstellung der Prähistorischen Abteilung im neuen Heimatmuseum, für welche sie auch einen kurzen Führer verfasste. Durch zahlreiche Führungen, Vorträge und Publikationen ihrer Grabungsergebnisse12 gelang es ihr, bei einer breiten Öffentlichkeit Interesse für die Archäologie zu wecken.
Anmerkungen: | 1 | Neben dem Vater Roman Linder arbeiteten bei den Grabungen auch die Söhne Johann, Ottmar und Franz mit. Von Johann Linder, Justizrat in Memmingen, stammen auch mehrere Veröffentlichungen der Grabungsergebnisse. Franz Linder hielt Befunde und Funde mit einer Plattenkamera fotografisch fest. | | 2 | In den Fundamenten der spätantiken Festung waren zahlreiche Spolien, Bruchstücke römischer Grabdenkmäler – bekannt ist vor allem die „Dame mit dem Schoßhündchen“ - und Architektur-Teile von Gebäuden eingebaut worden. Die Linders brachen diese wertvollen Bauteile aus den Fundamenten und veräußerten sie mit Billigung des zuständigen Referenten des Kgl. Generalkonservatoriums der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns, Paul Reinecke, an das Bayer. Nationalmuseum in München. | | 3 | Mackensen, M. 1995: Das spätrömische Grenzkastell Caelius Mons in Kellmünz an der Iller. Führer zu archäologischen Denkmälern in Bayern – Schwaben, Band 3. | | 4 | Mackensen, M. 1987: Frühkaiserzeitliche Kleinkastelle bei Nersingen und Burlafingen an der oberen Donau. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte, Band 41. | | 5 | Es sind dies ein verzierter Klappervogel aus Ton und eine polychrome, ovale Schale, welche durch eine Zwischenwand in zwei Hälften geteilt ist. | | 6 | Die wichtigsten von Pfarrer Anton Ilg zwischen 1909 und 1913 durchgeführten Grabungen: Hallstattzeitliches Gräberfeld im Wald bei Remmeltshofen. Hallstattzeitliche Grabhügel im Wald „Neuheidle“ bei Kadeltshofen und im Kadeltshofer Gemeindewald. Großer hallstattzeitlicher Grabhügel mit reichen Grabbeigaben im Oberfahlheimer Kirchholz. Untersuchungen an der spätkeltischen Viereckschanze bei Raunertshofen. Erforschung des Verlaufs und der Beschaffenheit des Straßenkörpers der römischen Donausüdstraße. Freilegung mehrerer Hausgrundrisse der römischen Siedlung Straß und Untersuchung des gallo-römischen Umgangstempels. Bergung des römischen Friedhofs Straß. Untersuchung von Mauerresten der spätrömischen Burgi von Finningen und Straß. | | 7 | Die Grabungen von Michahelles: Hallstattzeitliche Grabhügel 5-8 des Schlüsselhof-Gräberfeldes bei Neu-Ulm/Schwaighofen. Suche nach römischen Siedlungsresten im Raum Ludwigsfeld/Gerlenhofen. Entdeckung und erste Grabungen im Kastell Unterkirchberg auf der Württembergischen Illerseite. | | 8 | Ulmer Winkel 2, 1921 | | 9 | Stadt Neu-Ulm 1869-1994. Texte und Bilder zur Geschichte, S. 498 f. | | 10 | Die zahlreichen Fundstücke sind in der Ausstellung der Archäologischen Sammlung der Stadt Weißenhorn zu besichtigen. | | 11 | Die Grabungen von Frau Dr. Emma Pressmar: 1970/71 Grabung alamannischer Skelette in Nersingen. 1971 Grabung spätlatènezeitlicher Siedlungsfunde in Nersingen. 1972 Grabung alamannischer Skelette in Straß, Kiesgrube Epple beim Lohhof. 1974 Nachgrabung der Hallstatthügel bei Aufheim, Im Stockach, wegen des Autobahnbaus. 1974/75 Grabung Elchinger Kreuz. 1981 Grabung des merowingerzeitlichen Grabhügels im Reudelberg-Moosholz bei Emershofen. 1983/87 Beaufsichtigung der Grabungen in Bellenberg, Schwarzäcker. | | 12 | Die wichtigsten Publikationen: Pressmar, E., 1938: Vor- und Frühgeschichte des Ulmer Winkels auf bodenkundlicher Grundlage. Pressmar, E.: Spätlatènezeitliche Siedlungsfunde von Nersingen, Ldkr. Neu-Ulm/Donau. In: BVbl., Jahrgang 39 1974, S. 66 ff. Pressmar, E., 1979: Elchinger Kreuz, Ldkr. Neu-Ulm. Siedlungsgrabung mit urnenfelderzeitlichem Töpferofen. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung Nr. 19. Pressmar, E.: Ein Grabhügel bei Emershofen, Ldkr. Neu-Ulm mit Kreisgraben der Zeit um 700 n. Chr. In: BVbl. Jahrgang 49 1984, S. 257 ff. Pressmar, E. 1989: Bellenberg im Ldkr. Neu-Ulm. Die Grabungen 1983-1987. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung Nr. 23.
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|  |  | Die Grabungen der Kreisarchäologie Neu-Ulm
Zum 01. Juli 1985 wurde Richard Ambs vom Kreistag13 zum Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte bestellt und führt seit dem 20.02.1995 die Dienstbezeichnung „Kreisarchäologe“14. Bereits im August 1985 erfolgte die erste Grabung des unter seiner Leitung neu gegründeten Archäologischen Arbeitskreises: Auf der Flur „Im Thale“ von Illerberg wurde ein durch landwirtschaftliches Tiefpflügen erheblich gefährdeter hallstattzeitlicher Grabhügel untersucht, der sich mit noch etwa 50 cm Höhe im Ackerland abzeichnete. Diese erste Rettungsgrabung wurde ein voller Erfolg15 und machte Mut. Seither unternahm der Arbeitskreis der Kreisarchäologie Neu-Ulm 116 Rettungsgrabungen und Notbergungen16. Der Archäologische Arbeitskreis bestand am Anfang neben dem Kreisheimatpfleger aus der Vöhringer Familie Martin († Okt. 2000), Lore und Peter Wischenbarth sowie Eberhard Bühler aus Neu-Ulm/Burlafingen. In den letzten Jahren stießen neu der Schüler Stefan Reuter, inzwischen Doktorand der Provinzialrömischen Archäologie,sowie Helga Allig aus Neu-Ulm und Reinhard Fiedler aus Burlafingen zu der Arbeitsgruppe. Neben diesen ehrenamtlichen Mitarbeitern sind weitere Helfer zu verzeichnen, die sich mit großem Engagement für die Archäologie im Landkreis, oft auch nur in ihren Heimatorten, einsetzten17. Bei der Vorbereitung und Dokumentation größerer Grabungen, welche sich z. T. über mehrere Sommerkampagnen erstreckten, war das Einmessen der großflächigen Grabungsbereiche sowie der zahlreichen Fund- und Befundstellen eine sehr wichtige Amtshilfe durch das Stadtmessungsamt Neu-Ulm.
Anmerkungen:
| 13 | Am 11.06.1985 beschloss der Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreistages die Bestellung von Richard Ambs zum Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte zum 01.07.1985. | | 14 | Aufgrund des sich im Laufe der Jahre erweiternden Tätigkeitsfeldes auf alle Bereiche der Bodendenkmalpflege, d.h. der Archäologie der Vor- und Frühgeschichte, des Mittelalters und der Neuzeit, führt R. Ambs durch Beschluss des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Kreistags seit dem 20.02.1995 die Dienstbezeichnung „Kreisarchäologe". | | 15 | Es wurde das „Herrengrab von Illerberg“ untersucht, ein hallstattzeitlicher Grabhügel der Epoche HA C mit der Bestattung eines Herren, dem als Beigaben sein Schwert, ein reich verziertes Pferdegeschirr samt hölzernem Joch und ein großer Geschirrsatz mit ins Grab gegeben worden waren. | | 16 | Für diese Arbeit erfuhren der Arbeitskreis und mehrere Mitglieder öffentliche Ehrungen: Am 27.09.2002 wurde dem „Arbeitskreis für Bodendenkmalpflege“ vom Vorsitzenden des BAYERISCHEN LANDESVEREINS FÜR HEIMATPFLEGE Landtagspräsident Johann Böhm die Medaille „Für vorbildliche Heimatpflege“ verliehen. Am 21.11.91 wurde Richard Ambs mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille, am 03.05.2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und am 19.09.1994 wurde die Familie Wischenbarth ebenfalls mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille für besondere Verdienste um den Denkmalschutz ausgezeichnet. | | 17 | Dr. Michel Reistle (†) aus Hörvelsingen, Hans Zeller (†) und Rudi Cermak aus Bellenberg, Bruno Deibler aus Holzheim, Raimund Vonroth und Reiner Schwager aus Nersingen, Ernst Junginger aus Langenau, Bernd Burkhardt aus Ulm, Emil Frisch und Hans Freund aus Thalfingen sowie Archäologie-Arbeitsgemeinschaften des Neu-Ulmer Berta-von-Suttner-Gymnasiums und des Ulmer Anna-Essinger-Gymnasiums mit den Lehrern Walter Salfner bzw. Manfred Bittner. |
|  |  | Förderung der Bodendenkmalpflege durch den Landkreis Neu-Ulm
Die Belange der Bodendenkmalpflege genießen im Landkreis Neu-Ulm einen hohen Stellenwert. Der Landkreis unterstützt die Maßnahmen deshalb nach Kräften im Rahmen der freiwilligen Leistungen. Er übernimmt die Aufwendungen für das Restaurieren, Konservieren und Zeichnen der Fundstücke sowie für das Umzeichnen der Grabungsbefunde und Grabungspläne. Auch für die Baggereinsätze bei großflächigen Grabungen, so z. B. in den letzten Jahren im Bereich der Viereckschanze von Beuren oder der neolithischen Siedlung bei Roth, kam der Landkreis auf. Bei Abbaumaßnahmen, wie z. B. in der Lehmgrube Bellenberg und bei Bauvorhaben wurde in den letzten Jahren immer mehr das Veranlasserprinzip durchgesetzt.
|  |  | Das frühere Archäologische Museum Neu-Ulm
Das Archäologische Museum Neu-Ulm war ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung in München und zugleich das größte Museum im Landkreis Neu-Ulm. Die Zusammenarbeit der Kreisarchäologie mit der Direktion der Staatssammlung18 und die Aufgeschlossenheit der Politik für die Archäologie führte zum Bau dieses Museums durch die Stadt Neu-Ulm, mit dem Stadt und Landkreis Neu-Ulm die Bodenfunde aus unserer Region einem breiten Publikum zugänglich machen konnten. Die Sammlung setzte sich aus archäologischen Funden der Kreisarchäologie, Beständen des ehemaligen Heimatmuseums Neu-Ulm sowie aus dem Bestand der Prähistorischen Staatssammlung zusammen. Zum 125-jährigen Stadtjubiläum Neu-Ulms wurde der neue Bau mit über 750 m2 Ausstellungsfläche im Dezember 1994 der Öffentlichkeit übergeben. Unterhalt, Personalkosten und Kapitalaufwendungen für dieses Haus, welches in die fachliche Betreuung der Archäologischen Staatssammlung übergeben wurde, betrugen für den Landkreis Neu-Ulm anteilmäßig jährlich ca. 230.000 €. Die Eröffnungsausstellung des Museums „Orient und Okzident – Kulturelle Wurzeln Alteuropas 7000 bis 15 v. Chr.“ wurde im Februar 1998 durch die von Dr. Andrea Lorentzen von der Archäologischen Staatssammlung in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchäologen konzipierte Dauerausstellung „Tradition und Technik“ abgelöst. Den zugehörigen Museumsführer19 verfasste Frau Dr. Lorentzen. Schwerpunkt der Ausstellung waren der Mensch und seine Umwelt von der Altsteinzeit bis in das Frühmittelalter in der Region Oberschwaben mit besonderem Augenmerk auf die Darstellung prähistorischer Materialien und Technologien aus den Bereichen Stein-, Holz-, Bein-, Metall-, Keramik- und Glasbearbeitung. Naturgetreue, zum Teil lebensgroße Rekonstruktionen, Modelle und Figuren ergänzten die zahlreich ausgestellten archäologischen Funde. Den Grundstock der Ausstellungsstücke bildeten Altfunde aus dem Landkreis Neu-Ulm und auch Fundstücke aus Bayerisch Schwaben. Der Großteil der gezeigten Fundstücke, Darstellungen und Rekonstruktionen geht jedoch auf Grabungen durch die Kreisarchäologie in den letzten 20 Jahren zurück. Mit dem architektonisch sehr gelungenen Bauwerk und der museumsdidaktisch zeitgemäß aufbereiteten Dauerausstellung wurde eine Einrichtung geschaffen, die eine wichtige Bereicherung der Neu-Ulmer Kulturlandschaft darstellte und besonders für viele, auch auswärtige Schulklassen20, Geschichte verständlich und lebendig werden ließ. Einer der Hauptanziehungspunkte des Museums war die Rekonstruktion des hallstattzeitlichen Fürstengrabes von Vöhringen-Illerberg mit wertvollen Grabbeigaben. Im Jahre 2002 wurde im Archäologischen Museum Neu-Ulm eine Sonderausstellung der Kreisarchäologie anlässlich der 750 Jahrfeier der Pfarrkirche St. Laurentius Thalfingen (erste urkundl. Nennung) und der Herausgabe des Buches „St. Laurentius Thalfingen“ veranstaltet. Von Januar bis März 2007 zeigte die Kreisarchäologie eine Sonderausstellung, übernommen vom Archäologischen Museum der Stadt Kelheim und ergänzt durch eigene Fundstücke und Tafeln, mit dem Titel „VIERECKSCHANZEN – Rätselhafte Bauwerke der Kelten“. 
Plakat der Viereckschanzen-Ausstellung 2007 Nach den hervorragend besuchten Begleitvorträgen21 und bei Führungen wurde von Besuchern häufig der Wunsch nach weiterer Visualisierung geäußert. Das daraufhin genau nach den Befundplänen im Maßstab 1:100 gefertigte Modell fand viele interessierte Betrachter. Zu Beginn der Sommerferien 2008 schloss das Archäologische Museum Neu-Ulm seine Pforten, nachdem die Räumlichkeiten nun durch die Stadt Neu-Ulm für ein Kindermuseum, die Präsentation des Münchner Malers Geitlinger sowie für die Ausstellung einer Kleinskulpturen-Sammlung genutzt werden. Derzeit wird für die archäologische Sammlung ein neuer Museumsstandort gesucht. Dann soll in einer Sonderaustellung ein besonderer Fund des Jahres 200322, ein Nersinger Münzschatz, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bis ein neuer Museumsstandort gefunden ist, werden die wertvollen Sammlungs- und Depotbestände der Kreisarchäologie zwischengelagert. Wesentliche Unterstützung der archäologischen Arbeit leistet der 2007 gegründete Verein „Freunde des Archäologischen Museums Neu-Ulm und der Archäologie im Landkreis Neu-Ulm e. V.“23. Anmerkungen:
| 18 | Ein ganz besonderer Dank gilt dem früheren Leiter der Prähistorischen Staatssammlung Herrn Dr. Hermann Dannheimer, der die Idee des Kreisarchäologen unterstützte und dessen großer persönlicher Einsatz das Zweigmuseum Neu-Ulm letztlich möglich machte. | | 19 | Lorentzen A., 2001: Archäologisches Museum Neu-Ulm – Technik und Tradition. | | 20 | Allein Herr Eberhard Bühler führte als sachkundiger Mitarbeiter der Kreisarchäologie seit Eröffnung der Dauerausstellung annähernd 10.000 Besucher, die sich auf über 380 Gruppen, zumeist Schulklassen, verteilten. Abgesehen von Schulklassen aus dem Landkreis Neu-Ulm und aus Ulm kamen auch Klassen aus den Kreisen Ober-, Unter- und Ostallgäu, aus dem Günzburger, Dillinger und Donauwörther Bereich, aus Augsburg, Ansbach, München, Salzburg, aus Friedrichshafen, Göppingen, Giengen, Heidenheim, Esslingen, Sigmaringen, Heidelberg, Pirmasens sowie aus der Neu-Ulmer Partnerstadt Bois Colombe, aus Russland und aus den USA. Unberücksichtigt sind bei diesen Angaben die Führungen durch den Kreisarchäologen. | | 21 | W. Irlinger, VIERECKSCHANZEN – Rätselhafte Bauwerke der Kelten; R. Ambs: Die keltische Viereckschanze von Beuren im Lkr. Neu-Ulm – Adelshof und Kultanlage; G. Wieland: Götter im Brunnen - Die keltische Viereckschanze von Fellbach-Schmiden. | | 22 | Der im Sommer 2003 von Eberhard Bühler beim Abbruch einer alten Hofstelle geborgene Münzschatz wurde in der Archäologischen Staatssammlung gereinigt und konserviert. Die Bestimmung der ca. 2.200 Silbermünzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert erfolgte durch den Numismatiker der Staatssammlung Dr. Bernward Ziegaus. | | 23 | Am 29. November 2007 wurde der Verein der „Freunde des Archäologischen Museums Neu-Ulm und der Archäologie im Landkreis Neu-Ulm e. V.“ gegründet; er zählt inzwischen über 60 Mitglieder, darunter 3 Gemeinden. |
|  |  | Die wichtigsten Grabungen der Kreisarchäologie Neu-Ulm 1985 - 2009
Lfd. Nr. | Datum | Grabungsort | Befunde, Funde, Zeitstellung, Literatur | | 1 | 1985/86 | Flur Illerberg | Hallstattzeitlicher Grabhügel (Hügel 1), HA C, Bestattung eines Herren mit Eisenschwert, Pferdeschirrung, großem Geschirrsatz und Speisenbeigabe BVbl. Beiheft 1/1987 Fundchronik 1985, 122 u.124. Ambs, R. u. Pauli,L.: Ein Kriegergrab mit prunkvollem Pferdegeschirr aus einem neu entdeckten Gräberfeld der Hallstattzeit bei Illerberg. In: DAS ARCHÄOLOGISCHE JAHR IN BAYERN 1986 (1987), 86/87. Uenze,H.P.: Führer durch die Ausstellung Frühe Kelten der Prähistor. Staatssammlung München, München 1987, 21-23. Das keltische Jahrtausend. Ausstellungskatalog der Prähistor. Staatssammlung für die Landesausstellung in Rosenheim 1993, 353. Pauli, L. u. Ambs, R.: Neue Gräber der Hallstattzeit an der unteren Iller. In: BERICHT DER BAYERISCHEN BODENDENKMALPFLEGE 34/35 1993/94, 90-118.

| | 8 | | Flur Illerberg | Hallstattzeitlicher Grabhügel (Hügel 3), HA C, Brandbestattung mit besonders schöner Stufenschale. BVbl. Beiheft 2/1988 Fundchronik 1986, 115. Siehe Literatur zu Grabung 1: Uenze,H.P. und Pauli, L. u. Ambs, R.
| | 9 | 1987 | Ingstetten | Bergung von spätmittelalterlicher Keramik aus einer bei Baggerarbeiten gefunden Fehlbrandgrube, Ambs, R.: Eine spätmittelalterliche Hafnerbruchgrube in Ingstetten, Gemeinde Roggenburg. In: GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM 14. Jahrgang 2008, 15-41.
| | 11 | 1986/88 | Thalfingen St. Laurentius | Grabung im Turm und im Kircheninneren, Freilegung der Fundamente der romanischen, ottonischen und karolingischen Vorgängerkirchen und von Pfostengruben der merowingischen Holzkirche; Bergung zahlreicher Fundstücke. BVbl. Beiheft 3/1989, Fundchronik 1987, 109. Ambs, R.: Grabungen in der St. Laurentius-Kirche zu Thalfingen. Heß, W.: Ein schwäbischer Pfennig des 12. Jahrhunderts aus der Laurentiuskirche zu Thalfingen. In: DAS ARCHÄOLOGISCHE JAHR IN BAYERN 1987 (1988), 160-163. BVbl. Beiheft 4/1991, Fundchronik 1988, 165, Abb. 96,13, Abb.98, 3-4, Abb. 99 u. 100. Ambs, R.: Grabungen in der Pfarrkirche St. Laurentius zu Thalfingen. In: An Iller und Donau, Nr. 0, 1989, 9-15. Ambs, R.: Geschichte der Kirche. In: St. Laurentius Thalfingen (Kirchenführer v.1993), 4-6. Ambs, R.: St. Laurentius Thalfingen. BERICHTE ZUR ARCHÄOLOGIE IM LANDKREIS NEU-ULM Band 3 2002, mit Beiträgen von P. Schröter, H. Manhart, B. Schick, P. Wischenbarth, A. Aubele.

| | 18 | 1988 | Illertissen | Rettungsgrabung auf Baustelle Duile in der Apothekerstraße; Bergung von alamannischen Bestattungen mit Beigaben. BVbl. Beiheft .4/1991, Fundchronik 1988, 157 u. Abb. 94 u. 95. Ambs, R.: Illertissen, Landkreis Neu-Ulm. In: Alamannen an Donau und Iller - Begleitheft zur Ausstellung des Ulmer Museums 1992, 77-81. Ambs, R.: Illertissen - ein alamannisches Reihengräberfeld mitten in der Stadt. In: GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM, 1. Jahrgang 1995, 37-72.
| | 22 | 1988 | Flur Hittistetten | Untersuchung einer linearbandkeramischen Siedlung, zahlreiche Siedlungsabfälle und -befunde. BVbl. Beiheft 4/1991, Fundchronik 1988, 56, Abb. 30,3. Wischenbarth, P.: Das Neolithikum im Landkreis Neu-Ulm - Eine Fundübersicht. In: BVbl. Jahrg. 56 1991, 78 und Abb. 6, 1-9; 7, 1-10, 12, 13.
| 23/ 25 | 1988 | Bellenberg | Überwachung des Humusabtrags bei der Erweiterung Lehmgrube der Ziegelei Wiest. Bergung der Scherben von 2 spätbronzezeitlichen Blasebalgdüsen, einer Ofengrube mit Schmelztiegelscherben und eines Töpferofens. BVbl. Beiheft 4/1991, Fundchronik 1988, 60 u. Abb. 34. Ambs, R. u. Wischenbarth, P.: Metallverarbeitung in einer spätbronzezeitlichen Höhensiedlung bei Bellenberg (Schwaben). In: BVbl. Jahrg. 55 (1990), 257-271, Tafel 9 u. 10. Ausstellungskatalog der Prähistor. Staatssammlung für die Landesausstellung in Rosenheim 1993: Das keltische Jahrtausend, 286.


| | 32 | 1990 | Flur Unterfahlheim | Rettungsgrabung an der ehemaligen römischen Donausüdstraße: Freilegung eines beim Überfliegen entdeckten ummauerten röm. Friedhofs und des Fundaments eines Pfeilergrabmals, Bergung von 7 Brandbestattungen mit z. T. reichen Beigaben. BVbl. Beiheft 6/1993 Fundchronik 1990, 132. Ambs, R. u. Faber, A.: Der römische Brandbestattungsplatz an der Donausüdstraße bei Unterfahlheim. In: RÖMER AN DONAU UND ILLER. Begleitpublikation zur Ausstellung im Ulmer Museum 1996, 62-71. Faber, A. u. Ambs, R.: Ein Bestattungsplatz der provinzialen Oberschicht Raetiens an der Donau bei Nersingen-Unterfahlheim. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 79, 1998, 383-478.


| | 41 | 1991 | Illertissen | Baugrube eines Neubaus in der Apothekerstraße: Aufdeckung einer weiblichen alamannischen Bestattung mit reichen Beigaben. Publikation bei Grabung 18 Illertissen

| | 48 | 1993 | Flur Emershofen | Freilegung eines latènezeitlichen Eisenerzverhüttungsplatzes mit Überresten von Röstplätzen, Verhüttungsöfen und mit Schlacke verfüllten Gruben. Publikation bei Grabung 87 Unterroth
| | 53 | 1994 | Vöhringen | Untersuchung eines großen hallstattzeitlichen Kreisgrabens (28 m Dm.), Bergung einer Hockerbestattung und von 2 Urnenbestattungen. Ambs, R: Ein hallstattzeitlicher Kreisgraben mit Bestattungen in Vöhringen. Aus der Luft entdeckt: Ein keltischer Kultplatz im heutigen Gewerbegebiet. In: GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM, 7. Jahrgang 2001, 14-45.

| | 54 | 1994 | Thalfingen | Rettungsgrabung in einer Baugrube in der Ortsmitte: Bergung der Überreste eines im 13./14. Jh. abgebrannten Bauernhofes mit Kachelofen, v. a. viel Keramik. Veröffentlichung siehe Grabung 11.
| | 59 | 1994 | Flur Unterfahlheim | Rettungsgrabung im Bereich eines beraubten Grabhügels: Bergung einer spätbronzezeitlichen Bestattung und eines antik beraubten hallstattzeitlichen Herrengrabes mit Pferde- und Wagenbeigabe. Ambs, R.: Bestattung zweier Pferde mit Wagen in einem Grabhügel bei Unterfahlheim, Gemeinde Nersingen, Lkr. Neu-Ulm. In: DAS ARCHÄOLOGISCHE JAHR IN BAYERN 1996 (1997), 82-84. Ambs, R.: Eine hallstattzeitliche Bestattung zweier Pferde mit Schirrung und Wagen in einem Grabhügel bei Unterfahlheim, Gemeinde Nersingen, Schwaben. In: BVbl. Jahrgang 62 1998, 83-95 u. Tafel I. Henning, H. 2001: Pferd und Wagen. In: Gräber der Hallstattzeit in Bayerisch-Schwaben. Monographien der Archäologischen Staatssammlung München, Band II, 64-67.

| | 62 | 1994 | Leipheim | Rettungsgrabung im Bereich einer Tankstellen-Baustelle: Bergung von ca. 25 Skeletten von Opfern des Bauernkrieges von 1525. Ambs, R./Ziegaus, B./Schröter, P.: Spuren der Bauernschlacht von Leipheim. In: DAS ARCHÄOLOGISCHE JAHR IN BAYERN 1994 (1995), 176-180.

| | 74 | 1996 | Flur Beuren | Grabung im Bereich der keltischen Viereckschanze: Im SW-Viertel Pfostengruben eines Großbaus, vermutl. Tempel, 5 Schnitte durch Wall und Graben.

| | 81 | 1997 | Flur Beuren | Grabung im Bereich der keltischen Viereckschanze: Untersuchungen im Südteil der Anlage, zahlreiche Befunde; Schnitt (G7) durch den Graben bringt viele Funde. Geophysikalische Prospektion im Ostteil der Schanze durch Dr. H. Becker vom BLfD erbringt Eingangsbereich.

| | 82 | 1998 | Finningen St. Mammas | Untersuchungen im Zuge von Sanierungsarbeiten: Aufdeckung der NW-Ecke des spätrömischen Burgus und von Fundamenten der Chorräume der vorromanischen und romanischen Vorgängerkirchen. Ambs, R.: Die katholische Pfarrkirche St. Mammas von Finningen. Archäologische Untersuchungen und Überlegungen zur Baugeschichte. In: GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM 4. Jahrgang 1998, 18-33.
| | 84 | 1998 | Flur Beuren | Grabung im NW und im N-Teil der Viereckschanze. Grabenschnitte G8-G11; Aufdeckung der Grundrisse von 3 Großbauten, eines kleinen Schachtes und von 4-Pfosten-Speichern.
| | 87 | 1999 | Flur Unterroth | Freilegung von 2 latènezeitlichen Eisenerzschmelzöfen auf einer frisch überpflügten Sandkuppe. Ambs, R. u. Gassmann, G.: Keltische Stahlproduktion im Landkreis Neu-Ulm. In: AiD 3/2000, 35/36. Wischenbarth, P.; Ambs, R.; Gassmann, G.: Keltische Stahl- und Eisenproduktion im Rotthal (Bayerisch-Schwaben). In: BERICHTE ZUR ARCHÄOLOGIE IM LANDKREIS NEU-ULM Band 2 2001. (s. auch Grabung 48)

| | 88 | 1999 | Flur Beuren | Grabung im NO und im O der keltischen Viereckschanze, in der Mitte des östl. Wallbereichs 5-Pfostenbau = Torbau; Grabenschnitte G14 und G15. Ambs, R. 1999: 20. Pfaffenhofen-Beuren, Lkr.Neu-Ulm. In: 3. Katalogteil, Keltische Viereckschanzen. Einem Rätsel auf der Spur, 192-194. Ambs, R. 1999: Erste Ergebnisse der Grabungen in der Viereckschanze von Beuren. In: DAS ARCHÄOLOGISCHE JAHR IN BAYERN 1998 (1999), 62-65.
| | 94 | 2000 | Bellenberg | Weiterarbeit im Bereich der Lehmgrube Wiest auf den Fl.Nr. 899/900; Pos. 1050-1097; 2 spätbronzezeitliche Bestattungen; laténezeitliche und römische Gruben und Pfostengruben; viel Keramik.
| | 97 | 2001 | Flur Beuren | Untersuchung der Restfläche der keltischen Viereckschanze im NO; zahlreiche latènezeitliche Pfostengruben u. a. von zwei Häusern mit Annex. Daneben auch viele jungsteinzeitliche Befunde. Ambs, R. et al: Die keltische Viereckschanze bei Beuren, Marktgemeinde Pfaffenhofen/Roth, Landkreis Neu-Ulm, Bayern. In: BERICHTE ZUR ARCHÄOLOGIE IM LANDKREIS NEU-ULM Band 4 (2010).

| | 98 | 2001 | Pfuhl St. Ulrich | Im Zuge von Sanierungsarbeiten Freilegung der Grundmauern der Vorgängerkirche mit halbkreisförmiger Apsis (spätes 10. Jh.) und des Unterbaus des Predigtstuhles (spätes 15. Jh.). Ambs, R.: Überraschung unterm Plattenboden der Pfuhler St. Ulrichskirche. Archäologische Untersuchungen und Überlegungen zur Baugeschichte. In: GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM 10. Jahrgang 2004, 25-72.

| | 102 | 2003 | Nersingen | Überwachung von Abbrucharbeiten, Bergung der Scherben eines Gefäßes mit Münzschatz des 17./18. Jh. und von 2 beigabenlosen alamannischen Bestattungen. Ziegaus, B. und Ambs, R./Drascek, D.: Ein Münzschatz des frühen 18. Jahrhunderts aus Nersingen,Lkr. Neu-Ulm (Bayerisch Schwaben). In: BVbl. Jahrgang 73 (2008), 139-191,Tafel 15-27.

| | 103 | 2004 | Flur Roth | Untersuchung einer 1800 qm großen Teilfläche einer linearbandkeramischen Siedlung mit zahlreichen Befunden und viel Keramikfunden, auch Knochen- und Zahnmaterial konnte geborgen werden.
| | 106 | 2006 | Flur Riedheim | Voruntersuchungen eines Kiesabbaugeländes: Pfostengruben eines bronzezeitl. Hauses und eines römischen Speicherbaus, Keramik des 2. Jh. n. Chr.
| | 109 | 2007 | Bellenberg | Pos. 1105-1115; 1110 bronzezeitl. Bestattung mit 2 Armreifen und 2 Nadeln.
| | 110 | 2008 | Bellenberg | Pfostengruben mehrerer Häuser verschiedener Epochen.
| | 111 | 2008 | Oberelchingen | KLOSTERBEREICH: 1. Kanal NS 18. Jh. 2. Abfallgrube mit Keramik wohl 12. Jh. und zahlreichen Speiseabfällen (Knochen). 3. Fundamente d. sog. Hofstube (Plan v. 1609) Ambs, R.: Befunde und Funde auf dem "Heiligen Berg" in Oberelchingen. Gem. Elchingen. Bodendenkmäler - ungeliebte Überbleibsel vergangener Zeiten. Obermaier, H.: Tierknochenfunde vom "Hl. Berg" in Oberelchingen, Gem. Elchingen aus dem 11./12. und 16. Jh. Beide in GESCHICHTE IM LANDKREIS NEU-ULM 15. Jg. 2009, 19-52.

| | 112 | 2009 | Illerzell St. Ulrich | Freilegung der Fundamente der Südwand und des Apsiseinzugs der Vorgängerkirche.
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|  |  | Publikationen des Landkreises zur Geschichte im Landkreis Neu-Ulm Seit 1995 gibt der Landkreis Neu-Ulm das Jahrbuch „Geschichte im Landkreis Neu-Ulm" in Zusammenarbeit mit Historischen Vereinen und Heimatpflegevereinen unter Bezuschussung durch verschiedene Gemeinden heraus. Bisher sind 16 Bände erschienen.
Die Broschüren können über den Landkreis Neu-Ulm bezogen werden (Internet, Rubrik Bürgerservice/Publikationen/Bücher). Der Preis beträgt 10 Euro.
Seit 1999 erscheinen außerdem die „BERICHTE ZUR ARCHÄOLOGIE IM LANDKREIS NEU-ULM" Band 1 - Alt- und Mittelsteinzeit im westlichen bayerischen Schwaben (25 Euro) Band 2 - Keltische Stahl- und Eisenproduktion im Rothtal (30 Euro) Band 3 - „St. Laurentius Thalfingen“, beschreibt zur 750. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche umfassend die archäologischen Funde und Befunde (35 Euro) Band 4 - Die keltische Viereckschanze bei Beuren (45 Euro)
Bezugsquelle: Landkreis Neu-Ulm (Internet, Rubrik Bürgerservice/Publikationen/Bücher).
Die Schriftleitung für die Publikationen obliegt Herrn Kreisarchäologen Richard Ambs, dem ein fachkundiges Redaktionsteam zur Seite steht. Für spezielle Fach- und Themenbereiche können auch immer wieder Koautoren aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen gewonnen werden. Die nicht durch Verkaufseinnahmen bzw. Zuschüsse gedeckten Druckkosten für diese Publikationen trägt der Landkreis Neu-Ulm.
|  |  | Interessante Links und Hinweise:
www.archaeologiefreunde-neu-ulm.de www.gesellschaft-fuer-archaeologie.de www.archaeologie-bayern.de www.blfd.bayern.de
Das Graben nach Bodendenkmälern oder die Durchführung von Erdarbeiten auf einem Grundstück, bei dem Bodendenkmäler vermutet werden, ist nach Art. 7 Abs. 1 DSchG erlaubnispflichtig.
Bodendenkmäler sind bewegliche (z. B. Gefäße, Münzen) oder unbewegliche (z. B. Gräber, Kultstätten, Grabhügel, Reste von Befestigungsanlagen oder Siedlungen, Denkmäler), die sich im Boden befinden und in der Regel aus vor- oder frühgeschichtlicher Zeit stammen. Die Beseitigung und Veränderung eines eingetragenen beweglichen Denkmals sowie das Verbringen an einen anderen Ort bedarf nach Art. 10 Abs. 1 DSchG ebenso der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis.
Weitere Hinweise zur Denkmalschutzerlaubnis finden Sie unter der Rubrik "Bauen, Wohnen, Energie" |  |
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